Smart #2 2027

Smart #2 2027 Ein kurzes Comeback

7:24 Min.

Ab 19.990 Euro: Der Smart #2 im ersten Check mit Sitzprobe, auch als Video-Review.

Ein kleines Kult-Auto kommt zurück. Mit dem #2 erweitert die Marke Smart, die mittlerweile von Mercedes-Benz gemeinsam mit dem chinesischen Chery-Konzern betrieben wird, ihr Modellprogramm und bringt den Zweisitzer zurück. 1998 startete die Marke, geboren aus der Idee des Swatch-Autos, mit dem nur 2,50 Meter langen City-Coupé, aus dem später der Fortwo wurde. Bis 2015 liefen zwei Generationen als Benziner, als Diesel und mit Elektroantrieb in Frankreich von den Bändern. Dann war Schluss.

Die Marke Smart versuchte unter teils chinesischer Führung ihr Glück bei größeren SUV und Crossover-Modellen. Bislang blieben die chronologisch – aber praktischerweise auch nach ihrer Positionierung innerhalb des Programms – durchnummerierten Modelle bei den Verkaufszahlen unter den Erwartungen. Jetzt soll der #2 nicht nur Stückzahlen machen, sondern auch die ganze Marke voranbringen.

Kaum länger, aber breiter

Im ersten Halbjahr 2027 rollt der neue Smart #2 auf die Straße, produziert wird der elektrische Stadthüpfer in China. Die Karosserie wuchs, im Vergleich zur zweiten Generation des Vorgängers, um fünf Zentimeter auf 2,75 Meter in der Länge, die Höhe nahm leicht auf 1,56 Meter zu. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass der Smart der Jetztzeit sehr viel breiter ist als das frühere Modell. Mit Einbeziehung der Außenspiegel misst der #2 1,94 Meter. Trotz des mit 6,95 Metern geringen Wendekreises dürfte er damit in manchen italienischen Altstadt-Gassen anecken, mit den großen Türen wird zudem der Ein- und Ausstieg in schmalen Garagen zur Herausforderung.

Das neue Format schafft Platz für einen LFP-Akku, dessen Speicherkapazität mit 35,8 kWh im Vergleich zu früher verdoppelt wurde. Das gilt auch für die Reichweite. Vorbehaltlich der finalen Homologation nennt Smart einen kombinierten Wert von 290 Kilometern (Verbrauch: 13,6 kWh/100 km), im reinen Stadtverkehr sollen deutlich über 300 Kilometer machbar sein. Erstmals lässt sich der Smart-Zwerg über CCS am Schnelllader mit Strom versorgen. Bis zu 65 kW Ladeleistung liegen im Peak der Kurve an, der Hub von 10 auf 80 Prozent dauert knapp 20 Minuten unter optimalen (Temperatur-) Bedingungen. Platz für ein 22-kW- Ladegerät war dafür nicht mehr vorhanden. An der Wallbox oder an einer öffentlichen Ladesäule ziehen fast alle Smart-Versionen Wechselstrom über drei Phasen mit 11 kW, eine volle Ladung benötigt rund drei Stunden. Das Basismodell Pure kommt mit einem Einphasen-Lader für maximal 7,4 kW. In Deutschland werden somit – Stichwort Schieflastverordnung – auch an 22-kW-Stromquellen somit höchstens 4,6 kW erreicht.

Der Smart #2 im Video

Die Einbaulage des Motors bleibt wie gehabt, die Maschine steckt im Heck und treibt die Hinterräder an. 60 kW (82 PS) leistet der Elektromotor des Smart #2, er bringt ein Drehmoment von 130 Newtonmetern. In 11,6 Sekunden geht es aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 140 km/h angegeben.

Eher dürftig fällt die Zuladungskapazität des 1.140 Kilogramm schweren Elektro-Kleinwagens aus, nur 205 Kilogramm können zusätzlich mit. Bei zwei Erwachsenen muss man, je nach Statur, beim Gepäck knausern. Schade, denn das Abteil im Heck fasst durchaus stattliche 305 Liter. Unter dem Einlege-Boden kann man eine Zubehör-Box mit variablen Raumteilern einstellen – sehr praktisch nicht nur für Einkäufe. Wie gewohnt öffnet die Heckklappe zweigeteilt nach oben und unten. Somit entsteht eine Sitzgelegenheit, die bis maximal 120 Kilogramm belastbar ist.

Mercedes-Design

Die Form des Smart #2 entstand im Design von Mercedes-Benz.

Das Design des neuen Smart #2 entstand bei Mercedes-Benz. Trotz des Heckmotors reckt der Zweisitzer seine Front mit Stufe keck nach vorne. Weit außen stehende Räder, je nach Ausstattung mit 15 oder 16 Zoll großen Felgen, sorgen für kaum vorhandene Überhänge. Auch der #2 nutzt eine Karosseriestruktur mit weiterentwickelter Tridion-Zelle, zeigt dies aber nicht mehr in der Farbgebung. Optional kann die Monoton-Karosserie mit einem Dach in schwarzer Kontrastlackierung bestellt werden. Runde Scheinwerfer sorgen für ein freundliches Gesicht, die ebenfalls runden Rückleuchten nehmen die Form des Smart-Markenlogos auf. Trotz des kleinen Formats wirkt der Smart #2 selbstbewusst, keineswegs verspielt.

Die Sitzprobe

Wie gewohnt bietet der Zweisitzer viel Platz, das Innenraum wirkt sehr erwachsen.

Das gilt auch für das Cockpit mit dem typischen Schwung im Armaturenbrett. Solide Tasten im recht großen Multifunktionslenkrad erlauben die narrensichere Bedienung von Audiofunktionen und Fahrassistenz, im Sichtfeld des Fahrers sind die für ihn relevanten Informationen auf einem gut ablesbaren Display versammelt.

Auf der Mittelkonsole neigt sich der Infotainment-Touchscreen leicht in Richtung des Piloten. Das Vorserienauto für unsere Film- und Fotoarbeiten und für die Sitzprobe hat leider noch keine finale Software an Bord, weshalb wir die Menüführung noch nicht testen können. Zu sehen ist schon jetzt eine feste Leiste mit Icons für die Klimasteuerung am unteren Rand der Anzeige. Zudem gibt es physische Tasten für Scheibenheizung und Co. Auch die Kippschalter für die Fensterheber sind unter dem Touchscreen erreichbar.

Aufgrund der deutlich breiteren Karosserie sind die beiden Sitze nicht mehr versetzt angeordnet, sondern direkt nebeneinander. Eine Abdeckung mit Becherhalter in der Mitte sorgt für das Gefühl einer durchgehenden Bank, die einen. Vorteil bietet: Man kann, wenn man z.B. eng an einer Wand geparkt hat (die Türen, siehe oben!) bequem auf der Beifahrerseite aus- und wieder einsteigen. Die Mittelarmlehne mit Ablagefach dient in hochgeklappter Position als Raumteiler zum Ladeabteil. Mit großem Fußraum und üppig dimensionierten Sitzen gefällt das Platzangebot im Smart #2, dessen Innenraum auch eine mehr aus ausreichende Kopffreiheit bietet. Wenn man nicht gerade durch den Innenspiegel nach hinten blickt, denkt man, in einem viel größeren Auto zu sitzen. Das war auch in den früheren Smart-Zweisitzern der Fall.

Was kostet der Smart #2?

Ein Navigationssystem wird in der Ausstattungslinie Premium mit an Bord sein.

Die Preise für den neuen Smart #2 beginnen bei 19.990 Euro für das Basismodell mit dem Namen Pure. Für 20.990 Euro gibt es den Pure+, der zusätzlich eine Sitzheizung für den Fahrer und den 11-kW-Lader (statt 7,4 kW beim Pure) mitbringt.

Der Smart #2 Premium wird einen Listenpreis von 24.490 Euro haben. Seine Ausstattung beinhaltet zusätzlich u.a. 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, den Fernlichtassistenten, ein feststehendes Glasdach, Navigation, Lederbezüge, Sitzheizung auch für den Beifahrer, Ambientebeleuchtung mit einstellbaren Farben und ein Soundsystem der Marke Sennheiser. Während Pure und Pure+ in Schwarz, Grau und Weiß lieferbar sind, kann man beim Premium-Modell auch bunte Farben wählen.

Auf 999 Exemplare limitiert ist das Sondermodell Smart #2 Couture Edition, dessen Farbschema mit mattem Weiß und Platinum Gold am Dach sowie den Felgen mit dem Auftritt des Concept Cars auf der Messe Auto China im April dieses Jahres korrespondiert. Goldene Akzente zeigt die Sonderserie auch im Innenraum. Der Preis: 25.690 Euro.

Fazit

Die Heckklappe öffnet traditionell in zwei Richtungen, nach oben und nach unten.

Smart löst sein Markenversprechen wieder ein und bringt mit dem #2 eine Neuauflage seines Kernmodells. Der elektrisch angetriebene Zweisitzer wird kaum länger, aber deutlich breiter als der Vorgänger. Das schafft nicht nur mehr Platz im Innenraum, sondern Bauraum für einen jetzt 35,8 kWh großen LFP-Akku für rund 290 Kilometern Norm-Reichweite.

Im ersten Halbjahr 2027 rollen die ersten Exemplare auf die Straße, die Preise des Smart #2 starten bei 19.990 Euro. Das Comeback des Kult-Zwergs dürfte nur aufgrund des Formats kurz sein – auch die dritte Generation des City Cars dürfte ihre Freunde finden und den Erfolg des Vorgängers deutlich ausbauen.

Text: Bernd Conrad
Bilder: Andreas Hof, Bernd Conrad