Opel Frontera

Opel Frontera Einer für (fast) alle

10:30 Min.

Kaufberatung mit Video-Review: Das bietet der Opel Frontera als Hybrid und mit Elektroantrieb.

„Wir haben verstanden“ titelte die Opel Werbung Mitte der 1990er-Jahre. Eine Zeile, die auch jetzt Verwendung finden könnte. Mit dem neuen Frontera bringt die Marke ein Auto, dass verstanden zu haben scheint. Während Groß und Klein von sportlichen Modellen zu hohen Preisen träumt, sucht man im Alltag doch eher das Platzangebot und den Komfort eines preiswerten Autos, das ins Budget passt.

Außen kompakt, innen großzügig

Genau hier knüpft der Opel Frontera an. Das kompakte SUV passt mit einer Länge von 4,39 Metern, der Breite von 1,85 Metern und seiner Höhe von 1,66 Metern in jede Normgarage, unter das Carport und in einen ergatterten Parkplatz an der Straße. Trotzdem bietet der Innenraum des Frontera viel Platz für bis zu sieben Personen. Optional ist der Frontera Hybrid mit einer dritten Sitzreihe zu haben.

In fünfsitziger Konfiguration wartet hinter der steilen Heckklappe ein 460 Liter großer Kofferraum. Nach dem Umklappen der Rücksitzlehne wächst das Volumen über der dann 1,88 Meter langen Ladefläche auf 1.600 Liter. Die „Smart Car“-Plattform, auf der der Frontera basiert, ist für verschiedene Antriebskonzepte ausgelegt. Egal ob Frontera Hybrid oder Elektro-Version: Abstriche beim Ladevolumen müssen nicht gemacht werden.

Im geräumigen Fond merken große Menschen, dass der Frontera Electric, im Vergleich zum Hybrid, aufgrund des Akkus einen höheren Innenboden hat. Man muss die Beine etwas stärker anwinkeln. Wir haben nachgemessen: Der Abstand zwischen Fußmatte und Vorderkante der Sitzfläche ist beim Frontera Hybrid knapp acht Zentimeter größer als beim Elektro-Bruder. Identisch ist in beiden der üppige Knieraum, der den kompakten Opel für den Familieneinsatz prädestiniert.

Die Kaufberatung im Video

Je nach Ausstattung nehmen Fahrer und Beifahrer auf „Intelli-Seats“ Platz. Deren Einkerbung in der Mitte der Sitzfläche verhindert den Druck des Steißbeins auf den Sitz. Als Folge dieser Idee freut man sich auch auf langen Strecken über einen hohen Sitzkomfort ohne Ermüdungserscheinungen.

Im Basismodell Frontera Edition wird das Smartphone des Fahrers in der Mittelkonsole arretiert und mit dem Auto verbunden. Damit hat man da eigene Endgerät zur Multi-Media-Schnittstelle gemacht. Musik vom Lieblings-Streamingdienst und Ansagen der Routenführungs-App kommen aus den Autolautsprechern. Optional im Tech-Paket für den Frontera Editon und serienmäßig in den Ausstattungslinien GS sowie Ultimate ist ein Touchscreen-Display für das Infotainmentsystem, das mit zehn Zoll Bildschirmdiagonale ebenso groß ist wie die Anzeigenfläche hinter dem Multifunktionslenkrad. Mit dabei sind dann auch ein Navigationssystem, die kabellose Integration von Smartphone-Inhalten via Apple CarPlay und Android Auto und eine Rückfahrkamera. Vor dem Wählknubbel zum Einlegen der Fahrstufe kann das Smartphone induktiv geladen werden. Praktisch: Eine kleine grüne Lampe zeigt an, ob das Telefon korrekt eingelegt ist und geladen wird.

Der Hybrid

Den Opel Frontera Hybrid gibt es in zwei Leistungsstufen, jweils mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.

Opel bietet den Frontera Hybrid in zwei Leistungsstufen an. In beiden Varianten unterstützt ein in das serienmäßige Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe integrierte Elektromotor mit 15,6 kW (21 PS) den Dreizylinder-Benziner. Der Verbrenner wird mit 74 kW / 100 PS oder mit 100 kW / 136 PS angeboten. Die Systemleistung des Hybriden beträgt 81kW / 110 PS bzw. 107 kW / 145 PS.

Im direkten Vergleich wirkt der Opel Frontera Hybrid 145, vor allem mit voller Besatzungsstärke oder viel Gepäck an Bord, spürbar kräftiger als der Hybrid 110. Einen wichtigen Einfluss darauf hat das Drehmoment. 230 Newtonmeter liegen ab 1.750 U/min an, 25 mehr als im Einstiegs-Hybrid. Im Alltag spürt man diesen Unterschied durchaus, ohne dass der Benzinverbrauch steigt. Das zeigt auch der WLTP-Normwert, bei dem beide Hybride mit 5,3 l/100 km gleichauf liegen. Das Datenblatt weist für den Frontera Hybrid 145 eine Höchstgeschwindigkeit von 189 (statt 176 beim Hybrid 110) km/h aus, die Beschleunigung auf Landstraßentempo 100 ist in 9,1 (statt 11,4) Sekunden erledigt.

Die unterschiedliche Ausprägung der beiden Leistungsstufen beim elektrifizierten Verbrenner-Modell hilft Kunden also, das für die persönlichen Bedürfnisse passende Modell zu wählen. Der Mehrpreis für den stärkeren Hybrid-Antrieb liegt bei 1.800 Euro.

Der Frontera Electric

Den Opel Frontera Electric gibt es mit 44 oder mit 54 kWh Akku-Kapazität.

Auch der vollelektrische und damit lokal emissionsfreie Opel Frontera bietet eine Auswahlmöglichkeit. Zwei Akku-Varianten mit 44 kWh oder 54 kWh (Extended Range) werden angeboten. Für Vortrieb sorgt in beiden Fällen ein unter der vorderen Haube montierter Elektromotor mit 83 kW (113 PS), der ein Drehmoment von 124,5 Newtonmetern bereitstellt.

Damit ist der Opel Frontera Electric kein verkappter Sportwagen und will das auch gar nicht sein. Wer maximal Fahrdynamik mit E-Antrieb sucht, der bekommt vom Verkäufer im Opel-Autohaus gewiss eine Empfehlung in Richtung des Mokka GSE. Der bodenständige Frontera Electric zeigt einen linearen Aufbau von Kraft und Geschwindigkeit, ohne dass man das Fahrpedal wie ein rohes Ei behandeln muss. Auch Elektro-Neulinge und Menschen, die einfach und entspannt von A nach B kommen wollen, finden sich mit dieser Ausprägung schnell zurecht. Die Höchstgeschwindigkeit der E-Varianten ist auf 143 km/h limitiert. Das reicht in den allermeisten Fällen zum Mitschwimmen im Autobahnverkehr. Um rund 200 Kilogramm steigt das Leergewicht beim elektrischen Frontera, bedingt durch den Akku. Dessen Einbaulage im Fahrzeugboden sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt. Federung und Dämpfer wurden von den Ingenieuren angepasst. Der Frontera Electric liegt nochmals satter auf der Straße, bietet dabei aber einen Fahrkomfort, der auf dem guten Niveau der Hybrid-Modelle liegt.

In Verbindung mit dem 44 kWh großen Akku gibt Opel eine Reichweite von 290 bis 307 Kilometern an, der Frontera Extended Range mit 54 kWh im Stromspeicher schafft einen Norm-Radius von 390 bis 406 Kilometer. Nicht nur die zusätzlichen Batterie-Module sorgen für mehr Strecke, sondern auch ein niedrigerer Verbrauch von 16,5 (anstelle von 18,3) kWh/100km. Die verbesserte Effizienz ist das Ergebnis vieler Maßnahmen, die ineinandergreifen. Der Frontera Electric Extended Range hat nicht nur eine geänderte Zellchemie im Akku, sondern auch eine angepasste Steuerung der Energie-Rekuperation, die über einen Schalter in der Mittelkonsole auf Wunsch auch aktiv vom Fahrer beeinflusst werden kann. Wer genau hinsieht, erkennt zudem eine verbesserte Aerodynamik. Der schmale Lufteinlass unter dem charakteristischen „Vizor“ an der Front ist beim elektrischen Frontera mit großem Akku verschlossen.

Geladen wird an einer Wallbox oder an einer öffentlichen Ladesäule dreiphasig mit 11 kW, am Schnelllader sind – unter Idealbedingungen – bis zu 100 kW Leistung möglich. Für den Hub von 20 auf 80 Prozent der Akku-Kapazität vergehen beim Frontera Electric mit 44 kWh 26 Minuten, die Extended-Range-Variante benötigt – trotz 10 kWh Füllmenge – aufgrund eines länger anliegenden Plateaus der Ladekurve – für die gleiche Aufnahme nur zwei Minuten mehr Zeit.

Ausstattung und Preise

Drei Ausstattungslinien stehen zur Wahl: Edition, GS und Ultimate.

Nicht nur bei der Antriebsart hat der Frontera-Kunde die Wahl, sondern auch bei der Ausstattung. Das Modellprogramm ist klar in drei Linien gegliedert, die sich jeweils mit allen Motor- bzw. Akku-Varianten kombinieren lassen.

Der Opel Frontera Edition ist als Hybrid 110 ab 24.190 Euro zu haben, als Hybrid 145 ab 25.990 Euro. Auch mit Elektroantrieb bleibt er zum Grundpreis von 28.990 Euro deutlich unter der 30.000-Euro-Marke. Das Upgrade zum Frontera Electric Extended Range kostet, je nach Ausstattungslinie, 2.000 (GS und Ultimate) bis 2.200 Euro (Edition).

Zur Serienausstattung des Frontera Edition gehören die erwähnte Docking-Station für ein Smartphone, auch eine Klimaanlage, das 10-Zoll-Fahrerdisplay, LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, Parksensoren am Heck, Regensensor, elektrisch einstellbare Außenspiegel und ein Spurhalteassistent.

Optionen sind in Paketen zusammengefasst, beispielsweise im Tech-Paket. Es beinhaltet für 1.000 Euro Aufpreis das Infotainment-Display in der Mittelkonsole, die kabellose Smartphone-Integration, induktives Laden, eine Rückfahrkamera und die Mittelarmlehne für Fahrer und Beifahrer. Im Komfort-Paket sind die Intelli-Seats, Klimaauautomatik, Heizung für Vordersitze, Lenkrad und Windschutzscheibe sowie ein doppelter Ladeboden enthalten. Der Mehrpreis liegt ebenfalls bei 1.000 Euro. Das Design-Paket für 450 Euro bringt (in Verbindung mit den Karosseriefarben Karbon Schwarz, Khaki Grün und Kanyon Orange) ein weißes Dach und weiße Stahlfelgen sowie eine Dachreling mit.

Der Opel Frontera GS kostet 3.500 Euro mehr als die Edition-Version, ist also ab 27.690 Euro zu haben. Seine Ausstattung wird u.a. um 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, schwarze Logos und Schriftzüge, das schwarz lackierte Dach, silberne Einlagen in den Stoßfängern an Front und Heck und LED-Blinker in den Außenspiegeln erweitert. Dazu kommen Parksensoren auch an der Front, Totwinkel-Warner, das Infotainment-System mit Smartphone-Integration und induktiver Ladefunktion sowie die Rückfahrkamera. Sitz-, Lenkrad- und Windschutzscheibenheizung sind im Winterpaket für 650 Euro Aufpreis zusammengefasst.

Ultimate ist der passende Name für die höchste Ausstattungslinie, mit der der Opel Frontera ab 27.990 Euro kostet – 300 Euro mehr als der GS. Jetzt fahren zusätzlich das Reifen-Reparatur-Set und ein Tech-Paket (beim GS bestehend aus Nebelscheinwerfern und der Dachreling) mit.

Konfigurations-Tipp

Mit dem Tech-Paket zieht das Infotainment-System auch in den Frontera Edition ein.

Unsere subjektive Konfigurations-Empfehlung sieht folgendermaßen aus: Das Modell der Wahl ist ein Frontera Edition in Karbon-Schwarz mit Design-Paket. Dach und Felgen in Weiß stellen einen guten Kontrast zur dunkeln Karosserie dar, für die Winterkompletträder kann man dann die schwarzen Stahlfelgen (die wir auch auf den Fotos und im Video zeigen) wählen. Mit dem Tech-Paket, dem Design-Paket und dem Komfort-Paket sind viele sinnvolle Komfortextras bis hin zur Sitzheizung und dem Infotainment-System an Bord. Als Hybrid 145 kostet ein so ausgestatteter Opel Frontera 29.090 Euro.

Fazit

Das gut strukturierte Modellprogramm bietet für fast jeden Anspruch den richtigen Frontera.

Der Opel Frontera kombiniert kompakte Abmessungen mit einem sehr geräumigen und variablen Innenraum. Drei Ausstattungslinien und sinnvoll geschnürte Pakete erlauben eine Konfiguration, die viele nützliche Details mitbringt. Außerdem kann man zwischen Hybridantrieben und dem Frontera Electric mit zwei Akku-Varianten wählen. Familien und Paare mit Platzbedarf dürften im Frontera-Programm schnell ein Modell finden, dass ihre Ansprüche an einen praktischen und bodenständigen Alltagsbegleiter erfüllt.

Diese Kaufberatung entstand in Kooperation mit TV DIGITAL. Mehr zum Opel Frontera gibt es auch in der gedruckten Ausgabe der TV DIGITAL und online bei tvdigital.de/auto

Technische Daten
Opel Frontera

Kofferraumvolumen
460 - 1.600 Liter
Länge / Breite / Höhe
4.395 / 1.849 / 1.655 mm
Text: Bernd Conrad
Bilder: M. Gill, A. Hof, B.Conrad, Hersteller (2)