Subaru Forester 2026

Subaru Forester 2026 Der Letzte seiner Art

7:10 Min.

Subaru sortiert die Verbrenner aus. Letzter (?) Alltagstest des Forester mit Boxermotor, auch als Video-Review.

Eine Ära endet. Fans der traditionellen Subaru-Architektur mit permanentem Allradantrieb und Boxermotor schauen bei der japanischen Marke künftig ins Leere – oder sehen sich in der Gebrauchtwagen-Ausstellung des Händlers um.

Die Produktion der Mildhybrid-Boxer-Modelle wurde in Japan eingestellt, der Hersteller setzt global künftig auf reine Benziner, einen Vollhybriden und Elektroautos. Da der „Strong Hybrid“ mit 88 kW starkem Elektromotor auch weiterhin nicht für Europa geplant ist, wird sich das Modellprogramm hier in Zukunft vorerst auf die drei Elektroautos Uncharted, Solterra und E-Outback konzentrieren. Der Anfang 2025 in Deutschland eingeführte Forester war also, wie sich jetzt herausstellt, der letzte neue Subaru nach klassischem Strickmuster. Vorbestellungen von Importeur und Händler sollen die Verfügbarkeit des SUV, und auch der kompakten Baureihen Impreza und Crosstrek, noch bis weit ins Jahr 2027 sichern.

SUV-Sondermodell

Mit der Edition Exclusive Cross wurde zudem ein neues Sondermodell des Forester aufgelegt. Wie es der Name schon verrät, basiert es auf der zweithöchsten Ausstattungslinie Exclusive, die u.a. ein Navigationssystem und ein Panorama-Glasschiebedach mitbringt. Die Serienausstattung wurde um ein Soundsystem der Marke Harman/Kardon und Lenkradheizung erweitert. Dazu kommen schwarze 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, abwischbare Kunstleder-Sitzbezüge mit grünen Kontrastnähten, spezielle Fußmatten und ebenfalls grüne Designdetails am Exterieur. Dazu gehören eine Leiste im Kühlergrill und Embleme an den Flanken sowie am Heck. Der ins Blech der Heckklappe gestanzte Modellschriftzug ist ebenfalls grün. Für diese Farbänderung werden Buchstaben-Aufkleber in die entsprechenden Vertiefungen platziert. Es liegt vielleicht an den sehr heißen Temperaturen dieses Sommers, dass die Sticker an der ein oder anderen Ecke schon beim Testwagen etwas abstehen. Häufige Besuche in der Waschanlage oder langes Parken in der Sonne dürften die Haftfähigkeit beeinträchtigen.

Der e-Boxer im Test

Der Zweiliter-Boxer leistet 136 PS, dazu kommen 12,3 kW Unterstützung aus dem Mildhybrid-System.

Ein kleines Detail, was nichts am grundlegenden Charakter und den Qualitäten des Subaru Forester ändert. Nach Druck auf den Startknopf freut man sich über den vibrationsfreien Lauf des Boxermotors. Auch mit der Elektro-Unterstützung des Mildhybrid-Systems ist der Zweiliter kein Sportler, vielmehr erzieht er zu einer entspannten Fahrweise. Dazu passen das komfortable Fahrwerk und die angenehm gepolsterten Vordersitze mit hoher Rückenlehne, die Flauschigkeit vor Seitenhalt stellen. Das bei Subaru „Lineartronic“ genannte stufenlose Automatikgetriebe hält die Drehzahl auf niedrigem Niveau. Bauartbedingt quittiert der Antrieb den Wunsch nach starker Beschleunigung, kundgetan durch ein kräftig durchgedrücktes Gaspedal, aber mit nach oben schnellender Drehzahl und entsprechendem Geräuschniveau. Das Auto folgt dem Zeiger des Drehzahlmessers aber relativ zügig. Wenn es sein muss, ist der Forester flotter als gedacht, auch wenn die Werksangabe für den Nullhundert-Wert mit 12,2 Sekunden keine längsdynamischen Rekordwerte verspricht.

Der Subaru Forester e-Boxer im Video

Trotz der Elektrifizierung ist der Vierzylinder-Boxermotor nicht wirklich sparsam. Immerhin: Die Werksangabe von 8,1 l/100 km nach WLTP-Norm lässt sich im unaufgeregten Alltagsbetrieb nicht nur erreichen, sondern im Test-Durchschnitt mit 8,0 l/100 km auch leicht unterbieten. Sensible Naturen schaffen im reinen Überlandverkehr auch Werte von knapp unter sieben Litern. Schnelle Autobahn-Etappen fordern mit zweistelligen Werten dagegen ihren Eilzuschlag.

Wie wir aus früheren Testfahrten mit der aktuellen Forester-Generation wissen, ist das SUV auch abseits der Straße in seinem Element. Der permanente Allradantrieb sorgt auch in Matsch und auf Geröll für Vortrieb, die Auslegung des Automatikgetriebes erlaubt zielgenaues Dosieren der Kletter-Geschwindigkeit über das Gaspedal. Im Gelände und auch auf der Straße freut man sich über eine gute Rundumsicht dank steiler, großer Fensterflächen und schmaler Dachsäulen.

Nicht nur vorne, sondern auch im Fond bietet der Subaru Forester üppige Platzverhältnisse. Hinter der Rücksitzbank steht ein 508 Liter großer Kofferraum bereit, der sich bei dachhoher Beladung bis hinter die erste Reihe auf maximal 1.679 Liter Volumen erweitern lässt. Leider fehlt eine Netztrennwand, um die Insassen bei einer starken Bremsung oder im Falle eines Unfalls vor der Ladung zu schützen. Die analogen Rundinstrumente sind hervorragend ablesbar, ein kleines Display dazwischen gibt Informationen des Bordcomputers preis. Simpel, aber gut: Leuchtdioden im Armaturenbrett spiegeln gelbe oder rote Warnhinweise, beispielsweise von der Abstandskontrolle, auf die Windschutzscheibe und damit direkt ins Blickfeld des Fahrers. Smartphone-Inhalte lassen sich ohne Kabelverbindung via Apple CarPlay oder Android Auto nutzen. Leider rutscht das Telefon auf der Induktiv-Ladefläche während der Fahrt haltlos umher und wird deswegen nicht zuverlässig mit Strom versorgt. Stattdessen nutzt man besser die Ladefunktion über USB-C und deaktiviert die Induktivladung mit einem kleinen Knopf an der Ablage.

Das kostet der Forester

Soundsystem und Lenkradheizung erweitern die Serienausstattung beim Sondermodell.

Echte Schnäppchen gibt es beim Subaru-Händler wie gewohnt nicht, zumindest gemessen an den Listenpreisen. Auch der Forester lässt sich seine Qualitäten bezahlen. In der Basis-Ausstattungslinie Trend kostet das SUV ab 40.990 Euro. Unser Testwagen als Sondermodell Edition Exclusive Cross steht mit 48.390 Euro in der Preisliste, dazu kommt die Perleffekt-Lackierung „River Rock“ für 890 Euro, insgesamt also 49.280 Euro.

Einen echten Preisvorteil im Vergleich um regulären Forester Exclusive bietet die Sonderserie nicht, trotz der erweiterten Serienausstattung. 46.440 Euro meldet der Konfigurator für den Exclusive, mit der bei der Edition Exclusive Cross enthaltenen Lackfarbe „Ice Silver Metallic“ steigt der Preis auf 47.220 Euro. Es bleibt ein Mehrpreis von 1.170 Euro für die speziellen Designdetails, das Soundsystem und die Lenkradheizung bzw. von 1.950 Euro bei der Wahl anderer Metalliclackierungen.

Stets mit im Paket ist die Neuwagengarantie über fünf Jahre bis zu einer Laufleistung von 160.000 Kilometern, die sich mit einer Anschluss-Versicherung auf bis zu acht Jahre bis 200.000 Kilometer verlängern lässt.

Fazit

Der Subaru Forester ist ein sympathischer Charakterdarsteller mit vielen Qualitäten.

Wie sich jetzt herausstellt, war die sechste Generation des Subaru Forester die letzte neue Baureihe der Marke mit Boxermotor für und in Europa. Planungen, den in anderen Teilen der Welt schon seit einiger Zeit erhältlichen Vollhybrid-Antrieb auch zu uns zu bringen, sind von den Japanern noch immer nicht kommuniziert worden. Importeur und Händler haben sich mit Fahrzeugen eingedeckt. Impreza, Crosstrek und Forester dürften – parallel zu den drei neuen Elektro-Baureihen – noch bis weit ins Jahr 2027 verfügbar sein. Das Sondermodell Forester Edition Exclusive Cross bringt Design-Akzente und stellt mit pflegeleichten Sitzbezügen die Nehmer-Qualitäten des SUV ins Rampenlicht. Der Boxermotor gefällt mit seinem vibrationsarmen Lauf, erfordert aber zur Einhaltung der Trinkfreudigkeit einen geruhsamen Charakter hinter dem Lenkrad.

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Technische Daten
Subaru Forester e-Boxer

Antriebsart
Mildhybrid-Benziner
Antrieb
permanenter Allradantrieb
Abgasnorm
Euro 6e-bis
Hubraum
1.995 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder
Vierzylinder-Boxermotor
Maximale Leistung kW / PS
100 kW / 136 PS bei 5.600 U/min
Max. Drehmoment
182 Nm bei 4.000 U/min
Getriebe
stufenlose Automatik
Elektromotor: Maximale Leistung kW
12,3 kW (16,7 PS)
Elektromotor: Maximales Drehmoment
66 Nm
Tankinhalt
48 Liter
Beschleunigung 0-100 km/h
12,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit
188 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km
8,1 Liter
Verbrauch real auf 100km
8,0 Liter
Kofferraumvolumen
508 - 1.679 Liter
Reifenmarke und –format des Testwagens
Falken Ziex ZE00 1A A/S 255/55 R18
Leergewicht
1.739 kg
Anhängelast (gebremst)
1.870 kg (bis 12% Steigung)
Stützlast
100 kg
Länge / Breite / Höhe
4.670 / 1.830 / 1.730 mm
Basispreis Baureihe
40.990 Euro
Basispreis Modellvariante
48.390 Euro (Edition Exclusive Cross)
Testwagenpreis
49.280 Euro
Text: Bernd Conrad
Bilder: Matthias Gill, Bernd Conrad