VW ID. Tiguan (2027)

VW ID. Tiguan (2027) Erste Fahrt im Elektro-Tiguan

4:23 Min.

Neuer Name für den Nachfolger des VW ID.4: Der ID. Tiguan im Fahrbericht, auch als Video-Review.

Es war ein offenes Geheimnis. Mit der umfangreichen Überarbeitung, die über ein gewöhnliches Facelift hinausgeht, bekommt der Nachfolger des VW ID.4 einen neuen, aber dennoch bekannten, Namen: Das Elektro-SUV heißt künftig ID. Tiguan und wird parallel zum Tiguan mit Verbrennungsmotor, den es als Benziner, Diesel und als Plug-in Hybrid gibt, angeboten.

Was ändert sich?

Seit 2007 wurden über 8,3 Millionen VW Tiguan weltweit verkauft, künftig kommen auch weitere Exemplare mit Elektroantrieb hinzu. Auch der VW ID.4 war, zusammen mit dem nicht mehr angebotenen Fießheck-Bruder ID.5, ein Erfolg: Seit dem Start im Jahr 2021 liefen rund 900.000 Autos des Duos vom Band. Der neue ID. Tiguan wird weiterhin in Emden produziert, die Verbrenner-Tiguan kommen aus dem Stammwerk Wolfsburg.

Vor der Weltpremiere der Neuauflage konnten wir bereits auf Tuchfühlung mit einem noch folierten Vorserienexemplar gehen. Auch mit der Tarnung wird das neue Design sichtbar. An der steileren Front leuchten optional Matrix-LED-Scheinwerfer (IQ. Light) iun die Nacht. Hinter der breiten C-Säule zeigt sich das Heck komplett umgestaltet, ein durchgehendes LED-Band sucht (und findet) die optische Nähe zum Tiguan ohne ID-Zusatz. Ein im wahrsten Sinne des Wortes greifbarer Vorteil der neuen Generation sind die soliden Bügeltürgriffe.

Der Innenraum ist noch größtenteils verhüllt. Das Fahrer-Display wächst, ebenso der Infotainment-Touchscreen. Unter dem Monitor erlaubt eine Tastenleiste den direkten Zugriff auf wichtige Funktionen, die berüchtigten Slider sind Geschichte. Echte Knöpfe gibt es auch wieder im Multifunktions-Lenkrad.

Der Fahrbericht im Video

Drei verschiedene Antriebsvarianten wird es für den VW ID. Tiguan geben. Ein 58 kWh großer LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat) versorgt im Basismodell einen 140 kW (190 PS) starken Elektromotor an der Hinterachse (APP350) mit Strom. In 8,5 Sekunden beschleunigt diese Variante aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 160 km/h begrenzt. Die Ladeleistung verspricht mit 105 kW keinen Rekordwert, dafür soll der Peak lange und konstant anhalten. Für die Steigerung des Ladezustands von 10 auf 80 Prozent stellt VW 26 Minuten Parkdauer in Aussicht. Wechselstrom fließt über drei Phasen mit 11 kW. Die Reichweite nach WLTP-Norm: 450 Kilometer.

Ein NMC-Akku (Nickel Mangan Kobalt) mit 77 kWh netto nutzbarer Kapazität steckt in den beiden stärkeren ID.-Tiguan-Modellen. Die intern APP550 genannte Maschine leistet 210 kW (286 PS) und bringt 545 Newtonmeter Drehmoment. In 6,6 Sekunden geht es auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h erreicht. Bis zu 165 kW Ladeleistung sollen über den CCS-Anschluss zu realisieren sein, was den 10-80-Hub in 29 Minuten abhakt. Mit 600 Kilometern ist dieser ID. Tiguan der Reichweiten-König im Modellprogramm.

Das Topmodell 4Motion hat einen zusätzlichen Motor an der Vorderachse, die Systemleistung liegt bei 220 kW (299 PS). Bis zu 560 Kilometer weit kommt der Allradler, bevor nachgeladen werden muss. Mit 6,3 Sekunden ist er etwas fixer auf Landstraßen-Tempo als der Bruder mit Heckantrieb. Die Anhängelast der Versionen mit 77 kWh großem Akku liegt bei 2.000 Kilogramm, das Basismodell kann 1,8 Tonnen an den Haken nehmen.

Der Fahreindruck

Die Scheinwerfer kommen optional mit adaptiven Matrix-Funktionen.

Wir gehen mit dem VW ID. Tiguan 4Motion auf eine erste kurze Testfahrt. Wie der Vorgänger ist auch das neue Modell komfortabel unterwegs, erst recht mit dem optionalen DCC-Fahrwerk. Im Gegensatz zum Tiguan auf Basis der MQB-evo-Architektur nutzt der Elektro-Bruder auch weiterhin adaptive Dämpfer mit Ein-Ventil-Steuerung. Auch damit lässt sich die Dämpferhärte spürbar spreizen, am Ende ist man um die Normal-Einstellung im Alltag am besten unterwegs.

Der Zweimotoren-Antrieb sorgt für zügige Beschleunigung, ohne zu überfordern. Alles ist gewohnt gut aufeinander abgestimmt. Keine Überraschung: Auf dem größeren Display hinter dem Lenkrad sind die fahrrelevanten Informationen jetzt besser ablesbar. Auch das Head-up-Display mit AR-Inhalten (Augmented Reality) wird es wieder geben.

Was kostet der VW ID. Tiguan?

Anfang 2027 wird der VW ID. Tiguan auf den Markt kommen, zuvor feiert er im Rahmen der Paris Motor Show im Oktober 2026 seine Weltpremiere. Wie gewohnt wird es unterschiedliche Ausstattungslinien und in Pakete zusammengefasste Extras geben. Die Preise des VW ID.4 starten aktuell bei knapp über 40.000 Euro, der Konzernbruder Skoda Enyaq bei 43.490 Euro. Zwischen diesen beiden Summen dürfte der Basispreis des ID. Tiguan liegen, wie wir vermuten.

Fazit

Anfang 2027 kommt der Nachfolger des ID.4 auf den Markt.

Der VW ID. Tiguan bekommt zum neuen Look auch einen anderen Namen, die technische Basis in Form der MEB-Architektur wird dabei aber vom Vorgänger ID.4 übernommen. Es bleibt also bei der 400-Volt-Technologie, was der Ladeleistung gewisse Schranken setzt. Auch dieser neue Elektro-VW will am Schnelllader aber mit einer konstant hohen Leistung punkten.

Im Cockpit findet auch das Elektro-SUV zurück zu physischen Tasten, so wie es der ID.3 Neo und der ID. Polo vorgemacht haben. Seine Premiere feiert der VW ID. Tiguan auf der Paris Motor Show im Oktober 2026.

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hannah Richter, Bernd Conrad