Elektro-Strategie beim Allrad-Spezialisten

Elektro-Strategie beim Allrad-Spezialisten Japaner auf neuem Terrain

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Die Marke Subaru setzt in Europa künftig voll auf ihre neuen Elektro-Modelle.

Die japanische Marke Subaru hat im europäischen Markt die Weichen für eine rein elektrische Zukunft gestellt. Vorerst fährt der Hersteller zweigleisig, der Ausblick ist aber klar. Aktuell feiern die Händler die Markteinführung des neuen Subaru Uncharted und des umfangreich überarbeiteten Solterra, vor Ende des Jahres 2026 ergänzt der E-Outback als neues Topmodell das Programm. Auch mit dem lokal emissionsfreien Antrieb unterstreichen die Japaner ihre Kompetenz im Bau und in der Abstimmung von Allrad-Pkw.

Drei neue Modelle

Solterra und E-Outback sowie das Topmodell der Uncharted-Palette fahren mit zwei Elektromotoren vor, jeder davon kümmert sich um den Antrieb an einer Achse. Der Vorteil: Das direkt anliegende Drehmoment der Maschinen sorgt für Vorankommen auch unter widrigen Bedingungen, zudem hilft das „X-Mode“ genannte Offroad-Fahrprogramm mit verschiedenen Modi bei der Steuerung der Kraft. Wir das funktioniert, zeigt das Video zum Subaru Uncharted mit Testfahrten im Gelände. Dort hilft auch die üppige Bodenfreiheit. Zudem sind die Akkus im Fahrzeug mit einer stabilen Verkleidung geschützt. Sollte man auf einer Kuppe doch mal aufsetzen, sind keine größeren Schäden zu befürchten.

Auf eine Systemleistung von 252 kW (343 PS) kommen der Subaru Solterra und der Uncharted AWD. Letzterer kommt mit der Energie aus dem 77 kWh großen Lithium-Ionen-Akku bis zu 495 Kilometer weit. Mit bis zu 150 kW Leistung am Schnelllader lässt sich die Batterie unterwegs in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent ihrer Kapazität laden. Ein Vorteil gegenüber vielen Mitbewerbern: Jeder Subaru Uncharted kann an einer entsprechenden Wallbox und an öffentlichen Ladesäulen Wechselstrom über drei Phasen mit 22 kW laden.

E-Outback als Topmodell

Der neue Subaru E-Outback kommt im Laufe des Jahres 2026 zu uns.

Das gilt auch für den Subaru Solterra (ausgenommen die Basis-Ausstattung Trend mit 11 kW), bei dem der Akku eine Speicherkapazität von 73,1 kWh hat, womit der größere Bruder des Uncharted bis zu 511 Kilometer weit fahren kann. In Kürze rollt zusätzlich der neue Subaru E-Outback mit längerem Heck und Kombi-Aufbau zu den Händlern. Auch er entstand in Zusammenarbeit mit Kooperationspartner Toyota. Die Besonderheit: Der E-Outback ist das erste Elektroauto, das in einem Subaru-Werk in Japan produziert wird. Mit einer Systemleistung von 280 kW (381 PS) ist das elektrische Flaggschiff das leistungsstärkste Modell mit den sechs Sternen im Logo. 74,7 kWh Akku-Kapazität werden geboten, weiter oben ein großer und variabler Kofferraum sowie gewohnt üppige Platzverhältnisse für Fahrer und Passagiere.

Mit den neuen Elektroautos setzt Subaru also auch weiterhin auf Allradantrieb, richtet den Fokus aber auch auf neue Zielgruppen aus. Mit dem kompakten Uncharted ist, erstmals seit vielen Jahren, auch wieder ein Modell mit Frontantrieb zu haben. 167 kW (227 PS) leistet der Elektromotor in Verbindung mit dem 77 kWh großen Akku, die Reichweite dieser Variante steigt auf 592 Kilometer. Im Basismodell der Baureihe mit 124 kW (169 PS) stellt die Batterie eine Strommenge von 57,7 kWh zur Verfügung, die Reichweite nach WLTP-Norm liegt bei 451 Kilometern.

Die drei neuen Elektroautos im Subaru-Programm bedeuten aktuell eine Erweiterung, stehen auf Sicht aber für einen radikalen Wandel. Der Importeur hat in Aussicht gestellt, dass die bekannten Verbrenner-Modelle mit dem markentypischen Boxermotor noch bis 2027 im Angebot sein werden. Der Subaru Outback 2.5i mit 169 PS wird in Japan nicht mehr produziert. Die Vertriebsorganisation hat aber eine ausreichende Menge von Fahrzeugen vorbestellt und kann im Lager und bei den Händlern auf einen Bestand zugreifen, der die Kundennachfrage bedient. Im kompakten Impreza, seinem Crossover-Bruder Crosstrek und im SUV Forester arbeitet ein Mildhybrid-Boxermotor mit 100 kW / 136 PS. Auch diese Baureihen werden im Jahr 2027 in Europa auslaufen, da die Abgas-Grenzwerte weiter verschärft werden und die Adaption der Modelle zu aufwendig wird.

Hintergrund: Japaner in Europa

Subaru setzt in Europa alles auf eine Karte.

Ende der 1950er Jahre wagte Nissan als erste Marke aus dem Land der aufgehenden Sonne den Export von Autos nach Europa, in Deutschland war Honda mit dem Sportwagen S800 im Jahr 1967 Pionier. In den 80er-Jahren begann der Siegeszug der Japaner bei uns, auch für Subaru. Mit günstigen Preisen bei guter Ausstattung und langen Garantien etablierten sich die Hersteller mit ihren Modellen im Markt. Dennoch ist Europa eher ein Nebenschauplatz.

In Nordamerika und in Asien verkaufen Honda, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru, Suzuki und Toyota deutlich mehr Autos als zwischen Nordkap und Gibraltar oder zwischen Flensburg und Füssen. Ein Beispiel: 2025 wurden über 400.000 Exemplare des Honda CR-V in den USA neu zugelassen, in Deutschland kam das SUV auf 1.802 Auslieferungen. Auch für Subaru ist vor allem der US-Markt relevant, Europa spielt eine kleine Rolle in der globalen Strategie.

Im Video: Suabru Uncharted Fahrbericht

Da verwundert es kaum, dass viele Marken eine eher halbherzige Elektro-Strategie fahren. Mazda hat mit dem 6e und dem CX-6e zwei Fahrzeuge aus der Kooperation mit Changan in China am Start, Suzuki importiert den e Vitara aus Indien zu uns (auch als Toyota Urban Cruiser). Honda hat nach dem Auslaufen des e:Ny1 aktuell gar kein Elektromodell im Programm, Mitsubishi setzt beim Eclipse Cross auf die Kooperation mit Renault. Nissan ist breiter aufgestellt. Juke und Leaf werden in elektrischer Nauauflage in Grobritannien produziert, der Micra wird auf Basis des R5 bei Renault gebaut. Toyota ist breiter aufgestellt, neben den drei Modellen aus der Kooperation mit Subaru (C-HR+, bZ4X und bZ4X Touring) gibt es auch den elektrischen Pick-up Hilux und weitere Nutzfahrzeuge mit E-Antrieb. Vor diesem Hintergrund überrascht der starke Wandel, den Subaru in Europa vollzieht. Man nutzt die vorhandenen Elektro-Modelle, um die Marke neu auszurichten. Mit dem Allrad-Angebot sollen dabei bestehende Kunden nicht vergrault werden. Es wird spannend, zu sehen, wie gut und wie schnell dies gelingen wird.

Fazit

Subaru setzt in Europa auf die neuen Elektro-Modelle. Ob in Zukunft weitere Boxer-Hybride geplant sind, ist noch nicht bekannt.

Zwei neue Elektro-Subaru in Form des Uncharted und des umfassend modernisierten Solterra stehen jetzt beim Subaru-Händler, im Laufe des Jahres wird in Form des E-Outback auch das Topmodell der Marke elektrifiziert. Die bestehenden Baureihen mit Boxermotor in Form von Impreza, Crosstrek und Forster werden im Laufe des Jahres 2027 in Europa aus dem Programm genommen, der Abverkauf des Verbrenner-Outback dürfte vorher beendet sein. Wie schaffen es die Händler (und die Marketingabteilung des Importeurs), die traditionellen Kunden der Marke für Elektroautos zu begeistern? Und wie können neue Zielgruppen für den Uncharted mit Frontantrieb für mehr Reichweite gewonnen werden? Wir werden es mit Spannung beobachten – und darüber berichten.

Text: Bernd Conrad
Bilder: Bernd Conrad