Alternative zum Octavia Combi? Der Kia K4 Sportwagon im Fahrbericht mit Video-Review.
Kia beweist erneut ein Herz für europäische und insbesondere deutsche Kunden. Trotz des langanhaltenden, internationalen Siegeszugs der SUV leisten sich die Koreaner erneut einen Kombi – obwohl diese Karosserieform vornehmlich in Deutschland und Großbritannien weiterhin populär ist. Die Strategie überrascht. In der Mittelklasse lancierte Kia vor vielen Jahren des Optima Sportswagon. Trotz des schicken Designs und eines guten Gesamtpakets verkaufte sich die Mittelklasse-Baureihe nur schleppend. Der legitime Nachfolger des kompakten Ceed kommt jetzt nicht mehr aus europäischer Produktion, sondern als Weltauto aus einem Werk in Mexiko. Dort montieren sie, neben dem K4 als fünftürigem Hatchback, jetzt auch den wieder Sportswagon genannten Kombi.
Kofferraum mit Kombi-Tricks
Die Karosserie des K4 streckt sich beim Kombi um 25,5 Zentimeter weiter, der Sportswagon ist – bei unverändertem Radstand im Vergleich zum Fünftürer - 4,70 Meter lang. Das Wachstum kommt also dem hinteren Überhang und damit dem Kofferraumvolumen zugute. 604 Liter Gepäck schluckt der Mexi-Koreaner in fünfsitziger Konfiguration, nach dem Umklappen der Rücksitzlehne passen bis zu 1.439 Liter hinein. Bei der Variante mit 48V-Mildhybrid-Antrieb wird ein Teil des Laderaums von der Batterie in Anspruch genommen, hier sinken die Werte auf 482 bis 1.317 Liter. Erfreulich: Kia hat nicht einfach nur ein Kombiheck an den K4 gepackt, sondern sich dabei auch Gedanken um den Nutzwert gemacht. Ein Trennnetz zum Schutz der Insassen vor hoch gestapelter oder sperriger Ladung gehört zur Serienausstattung, in den höheren Ausstattungslinien außerdem ein Schienensystem zur Arretierung des Gepäckraumteilers. Das Abdeckrollo kann unter dem doppelten Ladeboden verstaut werden.
Der Kia K4 Sportswagon im Video
Das Platzangebot für Fahrer und Passagiere entspricht dem K4 mit kürzerem Heck. Auch in der zweiten Reihe gibt es großzügige Platzverhältnisse. Große Menschen hadern aber mit der tief positionierten Sitzfläche, die Beine müssen recht stark angewinkelt werden. Optional ist, als Teil eines Pakets, für die höchste Ausstattungslinie GT-Line ein Head-up Display zu haben. Es ergänzt die Cockpitarchitektur mit zwei jeweils 12,3 Zoll großen Monitoren und einer dritten Anzeige mit 5,3 Zoll Diagonale für die Klimaautomatik. Dieses Mittel-Display ist für den Fahrer vom Lenkradkranz verdeckt. Wichtige Funktionen wie die Änderung der Innenraum-Temperatur lassen sich aber auch intuitiv(er) mit soliden Kippschaltern in der Mittelkonsole bedienen. Auch Tasten für den direkten Zugang zu wichtigen Infotainment-Menüpunkten, eine Drehwalzer für die Audiolautstärke und gut sortierte Knöpfe im Multifunktionslenkrad erleichtern den alltäglichen Umgang mit dem K4. Sitz- und Lenkradheizung sowie die Lüftung der Vordersitze (optional) werden über gut erreichbare Tasten in der Türverkleidung aktiviert.
Der Fahreindruck
Der Kia K4 Sportswagonkommt in der Basis mit einem 115 PS starken Dreizylinder-Benzine samt manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe. Optional kann man eine Doppelkupplungsautomatik ordern, die den Einliter zum 48V-Mildhybrid macht. Darüber rangiert der 1.6 T-GDI mit vier Zylindern, wahlweise 150 oder 180 PS stark. Das DCT7 genannte Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Vorwärtsgängen ist in beiden Leistungsstufen serienmäßig – mit einem klassischen, großen Wählhebel in der Mittelkonsole.
Bei der ersten Ausfahrt präsentiert sich das Getriebe, wie schon in anderen Modellen der Marke, als gemütlicher Geselle. Eilige Schaltvorgänge sind nicht das Metier des DCT, beim Wechsel der Übersetzungen gönnt es sich gerne mal eine halbe Gedenksekunde. Außerdem sollte man stets eine kleine, aber durchaus spürbare, Anfahrverzögerung mit einkalkulieren. Anders als das Getriebe präsentiert sich der Rest des Antriebssystems eher knackig. Der manchmal recht rau klingende Benzinmotor und das straffe Fahrwerk, das aber auch ohne maximale Zuladung für ausreichend Komfort sorgt, wirken im Gesamtpaket passend. Der K4 Sportswagon dürfte eher Menschen gefallen, die vorher Seat / Cupra Leon Sportstourer gefahren sind, weniger Fans von weich abgestimmten Adaptivfahrwerken in der komfortabelsten Dämpfer-Einstellung. Den vom Hersteller genannten Normverbrauch von 7,1 l/100 km konnten wir im Rahmen unserer Probefahrten nicht einfahren. Laut Anzeige des Bordcomputers genehmigte sich der 1.6 T-GDI 8,5 l/100 km. Valide Messwerte kann erst ein späterer Alltagstest liefern.
Preis und Ausstattung

Der Kombi-Aufpreis liegt, je nach Ausstattungslinie bei 1.000 bis 1.800 Euro. Das Basismodell Core mit 115 PS startet als Sportswagon bei 29.890 Euro. Deutlich teurer ist unser Testwagen, der das andere Ende des Modellprogramms verkörpert. Die GT-Line tritt mit speziell gestalteten Stoßfängern dynamischer auf und bringt u.a. Sitzbezüge in einer Stoff-Kunstleder-Mischung, den digitalen Schlüssel und Schaltwippen am Lenkrad mit. In Verbindung mit dem 180 PS starken Benziner steht der Kia K4 Sportwagon GT Line für 39.890 Euro in Preisliste und Konfigurator. Der Testwagen in der Metalliclackierung „Azurblau“ bringt 18-Zoll-Felgen (Serie: 17-Zöller), das Harman/Kardon-Soundsystem, ein Sitzpaket mit Memoryfunktion für den Fahrer und Sitzlüftung sowie die maximale Ausbaustufe bei der Fahrassistenz mit. Der Listenpreis summiert sich hier auf 44.340 Euro. Zur Einordnung: Ein ähnlich ausgestatteter Skoda Octavia Combi Sportline mit 150 PS starkem Mildhybrid-TSI und diversen Optionen kommt auf 48.910 Euro.
Fazit
Der Kia K4 Sportswagon soll Fans traditioneller Fahrzeugkonzepte ansprechen, er stellt damit einen Gegenpol zum umfangreichen Elektro-Angebot der koreanischen Marke dar. Mit 4,70 Metern Länge und großem Kofferraum erfüllt der K4 die Ansprüche, die Menschen an Kombis der Kompakt- und Mittelklasse stellen. Der teilweise kernige Vierzylinder-Benziner ist an ein eher träges Doppelkupplungsgetriebe gebunden. Richtig sparsam ist der Benziner nicht. Vielfahrer unter den Kia-Kombifans mit Geduld dürften in dieser Hinsicht belohnt werden. Für den K4 wurde auch ein Vollhybrid-Antrieb in Aussicht gestellt.
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Technische Daten
Kia K4 Sportswagon 1.6 T-GDI GT-Line
- Antriebsart
- Benziner
- Antrieb
- Frontantrieb
- Abgasnorm
- Euro 6e-bis
- Hubraum
- 1.598 ccm
- Anzahl und Bauform Zylinder
- 4 in Reihe
- Maximale Leistung kW / PS
- 132 kW / 180 PS bei 6.000 U/min
- Max. Drehmoment
- 265 Nm bei 1.500 - 4.500 U/min
- Getriebe
- 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
- Tankinhalt
- 47 Liter
- Beschleunigung 0-100 km/h
- 8,4 Sekunden
- Höchstgeschwindigkeit
- 210 km/h
- Norm-Verbrauch auf 100km
- 7,1 Liter
- Verbrauch real auf 100km
- 8,5 Liter (lt. Bordcomputer)
- Kofferraumvolumen
- 604 - 1.439 Liter
- Leergewicht
- 1.540 kg
- Anhängelast (gebremst)
- 1.410 kg
- Stützlast
- 75 kg
- Länge / Breite / Höhe
- 4.695 / 1.850 / 1.435 mm
- Basispreis Baureihe
- 29.890 Euro
- Basispreis Modellvariante
- 39.890 Euro
- Testwagenpreis
- 44.340 Euro