Fiat zeigt auf der Paris Motor Show einen kompakten Van, der sich in einen Pick-up verwandeln lässt.
Obwohl die neueste Design-Kreation aus dem Hause Fiat viele Ecken und Kanten hat, schließt sich ein Kreis. Anfang 2024 hat die Marke die Zukunft einer großen Panda-Familie in Form von Concept Cars präsentiert. Im gleichen Jahr kam der Grande Panda, die SUV- und Fastback-Studien stehen jetzt als Serienautos in Form des Fiat Grizzly mit Steilheck und Fließheck-Karosserie auf der Paris Motor Show (Mondial de l´Auto). Gleichzeitig zieht Fiat in der französischen Hauptstadt das Tuch vom Multiplay Concept und mit ihm die Weiterentwicklung des ebenfalls 2024 gezeigten Pick-ups.
4,45 Meter langer Verwandlungskünstler
Fiat zählt, neben Jeep, Peugeot und RAM zu einer der vier globalen Leit-Marken innerhalb des Stellantis-Konzerns. Vor allem in Südamerika feiert die Marke große Absatzerfolge. Dort spielen kompakte Pick-ups eine große Rolle, der Fiat Strada ist ein Bestseller in Brasilien und weiteren Märkten der Region. Mit der Studie Multiplay will Fiat seinen globalen Anspruch zeigen – das Auto kann vom Pick-up mit Doppelkabine und Ladefläche in einen „6+1“-sitzigen Van verwandelt werden.
Als geschlossene Variante bietet der nur 4,45 Meter lange Fiat Multiplay einen Innenraum mit sechs Sitzen in drei Reihen und einen zusätzlichen „Petsenger Seat“, also einen Platz für das Haustier. Der hintere Teil des Aufbaus, „Metamorfosi“ genannt, lässt sich beim Concept Car nach vorne fahren. Erst werden die Seitenfenster versenkt, dann das Dachmodul bewegt. Abdeckplatten falten sich über die Sitzflächen und aus dem Van wird ein Pick-up mit Doppelkabine und kurzer Ladefläche. Der Dachspoiler lässt sich drehen, dann wird er zur integrierten Arretierung für Klapp-Fahrräder.
Auch der Innenraum zeigt sich modular und variabel. Im Stand kann der Beifahrersitz zur Sonnenliege umfunktioniert werden, ein rundes Kissen auf dem schrägen Armaturenträger dient als Lehne. Das auf dem „Petsenger Seat“ mitfahrende Haustier freut sich über einen in der Türverkleidung eingepackten Napf, außerdem ist in das Sitzpolster eine Hundeleine integriert.
Der Name Multiplay ist Programm. Mit dem ungewöhnlichen Konzept und maximaler Raumausnutzung will Fiat an den 600 Multipla und ebenso an den letzten Multipla erinnern. Dieser wurde wegen seines exzentrischen Designs kontrovers diskutiert, ist aber heute bereits ein gesuchter Klassiker. In der gezeigten Form als Verwandlungskünstler dürfte ein kompakter Fiat kaum Chancen für eine Zulassung und beim Crashtest haben. Da verwundert es nicht, dass die Studie nicht als konkreter Ausblick für ein Serienmodell verstanden werden will. „Multiplay versteht sich als Ideenlabor für die Mobilität von morgen“, teilt der Hersteller mit. Im Rahmen der Messe in Paris dürfte man beim Publikum abklopfen, ob die Zeit reif ist für einen kompakten Van. Auf der gleichen technischen Basis könnte aus dem späteren Serienauto dann auch ein Pick-up als Derivat entstehen, der die Strada-Geschichte in Lateinamerika fortschreibt.
Fazit
Der Fiat Multiplay versteht sich als Fortführung der Multipla-Idee, gleichzeitig folgt die Studie dem globalen Anspruch der Marke. Aus dem kompakten Van lässt sich ein Pick-up mit Doppelkabine machen. Sollten Teile des Concept Cars später in Serie gehen, dann dürften wir zwei getrennte Karosserievarianten sehen, keine elektrische Umbau-Artistik am Heck.