Stellantis auf der Paris Motor Show 2026

Stellantis auf der Paris Motor Show 2026 Neues Selbstbewusstsein

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Auf dem Pariser Autosalon demonstriert Stellantis mit sechs Marken, wie die Strategie "Fastlane 2030" umgesetzt werden soll.

Stellantis nutzt die Paris Motor Show (Mondial de l ´Auto oder Pariser Autosalon), um die Zukunftsstrategie „Fastlane 2030“ anhand von Konzepten seiner europäischen Marken sichtbar zu machen. Die Mission ist klar umrissen: Der Konzern will sich den stetig härter werdenden Anforderungen im Markt und auch der Konkurrenz von Wolfsburg bis Asien stellen.

Premieren-Party in Paris

Am Vorabend der Messe wurde ein Hangar in der französischen Hauptstadt zum Laufsteg umfunktioniert. Neben den Chefs der einzelnen Marken traten auch Konzern-CEO Antonia Filosa und Chairman John Elkann auf die Bühne. Die großen Stars des Abends hatten aber stets vier Räder und fuhren aus eigener (Elektromotor-)Kraft vor die Augen der rund 300 geladenen Gäste. Wir haben bereits ausführlich über die Concept Cars berichtet und verlinken die Beiträge im folgenden Text.

Alfa Romeo Cuorerosso heißt die Studie einer sportlich auftretenden Limousine, die neben Elektroantrieben auch einen elektrifizierten 2,9 Liter großen Biturbo-V6 als Vollhybrid aufnehmen können soll. Ein Nachfolger der Giulia Quadrifoglio also? Nicht direkt, denn der Cuorerosso soll bewusst kein konkreter Ausblick auf ein Serienmodell sein.

Anders verhält es sich beim Star der Messe in Paris. Aus dem Citroën 2CV Concept wird bis 2028 ein Serienauto, das den Geist der alten „Ente“ nicht nur im Retro-Design, sondern auch mit einem günstigen Preis in die Zukunft trägt. 15.000 Euro werden für das Basis-Modell angepeilt. Stellantis ist aktuell mit den EU-Behörden zur Ausgestaltung der Parameter der neuen Fahrzeugklasse M1E (E-Car, kleine europäische Elektroautos) im Gespräch. Auf dem Messestand zeigt die Marke zusätzlich die neue Kasten-Ente. Im Gegensatz zum viertürigen Pkw-Modell gibt es aber (noch?) keine Serienpläne für den neuen 2CV Fourgonnette.

Alle Stellantis - Concept Cars in einem Video!

Auf Basis der STLA-One-Plattform soll bis 2028 der DS N°3 als neuer Kleinwagen der französischen Premium-Marke auf den Markt kommen. Die dafür geplante neue Designsprache nimmt die Studie DS F3ver vorweg.

Fiat zeigt in Paris nicht nur den Grizzly als neues Serienauto, sondern mit der Studie Multiplay ein 2-in-1-Konzept. Der 4,45 Meter lange Sechssitzer verwandelt sich mit seinem modularen Heckaufbau bei Bedarf in einen kompakten Pick-up mit Doppelkabine. Dieses Segment besetzt Fiat bereits erfolgreich mit dem Strada, dem Bestseller der Marke in Südamerika.

Opel gibt in Paris einen Ausblick auf die Zukunft des kompakten Astra. Die Studie STX Concept (Sports Tourer Experimental) trägt eine neue Interpretation des „Vizor“ genannten Markengesichts. Die im aktuellen Astra mit dem Facelift eingeführte, vertikale LED-Linke bleibt erhalten, ergänzt um Lichtelemente in der Frontmaske. Die aktive Aerodynamik am Heck mit ausfahrbaren Luftleitelementen dürfte in der Serie nicht zu finden sein, das steile Heck könnte darauf hindeuten, dass das aktuelle Astra-Duo, bestehend aus Fünftürer und Kombi (Sports Tourer) künftig in einem Shooting-Brake-Konzept zusammengefasst wid.

Peugeot, wie Fiat eine der globalen Leit-Marken von Stellantis , hat zwei neue Studien im Gepäck. Der E-T6 zeigt Design-Anleihen beim legendären 205 aus den 1980er-Jahren. Viele Details und die Proportionen dürfte man schon 2027 auf der Straße sehen. Dann kommt der neue Peugeot E-208 als erstes Modell auf Basis der STLA-One-Plattform auf den Markt. Optional wird man die Steer-by-Wire-Lenkung mit Hypersquare statt Lenkrad bestellen können. Dieses Element zeigt auch im Cockpit der Sportwagenstudie RCZ Vision , bei der ein nur elf Zentimeter hoher Festkörper-Akku einen flachen Aufbau mit Glaskuppel-Dach ermöglicht.

Bleibt es bei Studien?

In Paris zeigen die Concept Cars, wie Stellantis in die Zukunft fahren will.

Die europäischen Marken des Stellantis-Konzerns zeigen im Rahmen der Messe also neue Studien, die zumindest teilweise einen konkreten Ausblick auf kommende Modelle geben (Citroën 2CV, DS N°3, Peugeot E-208). Kritiker dürften bemängeln, dass die „Night Before“ der Paris Motor Show nur Absichtserklärungen und Visionen beinhaltet, keine kaufbaren Autos. Man muss jedoch dagegenhalten, dass die neue Konzern-Strategie im Mai offiziell verkündet wurde, in fünf Monaten wird kein Serienmodell entwickelt. Außerdem herrscht mit der Konzentration auf Concept Cars eine Art Chancengleichheit für die Marken.

Auf der Messe stehen der Fiat Grizzly und der Lancia Gamma als neue Serienautos im Rampenlicht, der DS N°7 zeigt sich erstmals vor großem Publikum. Abarth und Maserati fehlen gänzlich, hier warten wir gespannt auf Neuigkeiten zur künftigen Ausrichtung. In Paris feiern in diesem Jahr viele Chinesen die Europa- oder auch Weltpremieren neuer Modelle. Leapmotor, deren internationales Geschäft in einem Joint Venture mit Stellantis betrieben wird, zeigt an seinem Stand den Elektro-Kleinwagen B03 .

Fazit

Erstmals tritt Stellantis im Rahmen einer Messe konsequent als Absender seiner Konzern-Marken auf und demonstriert damit ein neues Selbstbewusstsein. Mit dem Investment in künftige Serienautos will man der Konkurrenz, vor allem den Mitbewerbern aus China, die Stirn bieten. Ob und wie dieser Plan aufgehen wird, sehen wir spätestens beim nächsten Pariser Autosalon in zwei Jahren. Dann sind der Citroën 2CV und der neue Peugeot E-208 auf dem Markt, der Modellfahrplan von Alfa Romeo dürfte (und muss) endlich klar sein und Opel zeigt sein geschärftes Profil mit Corsa sowie dem nächsten Astra.

Im Video: Alles zum Citroën 2CV Concept

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller (1), Bernd Conrad