Der Leapmotor B10 spendiert den Baukasten für ein neues SUV der deutschen Marke.
Vor einigen Tagen hat Stellantis angekündigt, künftig auf vier internationale Kernmarken zu setzen, bei denen Investitionen priorisiert werden: Fiat, Jeep, Peugeot und RAM. Die verbleibenden zehn Marken im Konzern sollen zwar gesichert weitergeführt werden, aber in einer Rolle als regionale oder lokale Anbieter Technik und Modelle der „glorreichen Vier“ übernehmen. Das gilt also nicht nur für Alfa Romeo, DS, Lancia und Maserati, sondern auch für Citroën und Opel.
Wie deutsch ist Opel noch?
Schon heute ist die enge Verzahnung sichtbar, aktuelle Opel-Modelle sind keine rein deutschen Entwicklungen mehr. Der Corsa teilt sich die Basis bis hin zu Infotainment-Bausteinen mit dem Peugeot 208, auch der angekündigte Opel Corsa GSE hat einen direkten Zwilling in Form des 208 GTi. Der Frontera ist eine Abwandlung des Citroën C3 Aircross, der Grandland teilt sich einen Großteil der Technik mit Citroën C5 Aircross, DS N°7 und Peugeot 3008 / 5008.
Um Kosten zu sparen und Synergien zu nutzen, geht Stellantis jetzt einen Schritt weiter. Die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Leapmotor wird ausgebaut. 2026 startet im einstigen Opel-Werk Figueruelas bei Saragossa (Spanien) die Produktion des Leapmotor B10 für den europäischen Markt. Das Kompakt-SUV, das mit batterieelektrischem Antrieb und als serieller Plug-in Hybrid (Rang Extender) angeboten wird, ist außerdem die technische Basis für ein neues Opel-Modell.
2028 soll der erste Opel auf China-Basis auf den Markt kommen, er wird dann gemeinsam mit dem Leapmotor B10 in Spanien produziert. Die noch namenlose Baureihe soll als viertes Opel-SUV, zusätzlich zu Mokka, Frontera und Grandland, ins Programm kommen und dürfte in der Größe dem Format eines Skoda Karoq entsprechen. In weniger als zwei Jahren soll das Modell mit Hilfe der chinesischen Partner zur Serienreife gebracht werden. Als Blaupause dürfte auch der Renault Twingo dienen. Die Franzosen haben ihren neuen Elektro-Kleinwagen ebenfalls in nur 24 Monaten gemeinsam mit dem chinesischen Geely-Konzern entwickelt.
Der China-Opel soll „zentrale Komponenten der neuesten elektrischen Architektur sowie der Batterietechnologie von Leapmotor nutzen“, wie die Rüsselsheimer erklären. „…kombiniert mit dem typischen Opel-Design, dem Bedien- und Nutzererlebnis, der Fahrwerkskompetenz sowie Licht- und Sitztechnologie von Opel“. Man darf sich, auch mit Blick auf das erste Teaser-Bild, einen B10 mit kantigerer Karosserie, Matrix-LED-Licht, Sitzen mit Einkerbung in der Mitte zur Entlastung des Steißbeins und AGR-Zertifikat und einem Infotainmentsystem aus dem Stellantis-Baukasten vorstellen.
Der Leapmotor B10 kostet aktuell ab als Elektroauto ab 29.900 Euro, der Hybrid EV (Range Extender) startet bei 32.400 Euro. Der geplante Opel auf chinesischer Basis dürfte nicht viel teurer werden.
Fazit
Stellantis nimmt Opel an eine nochmals kürzere Leine. 2028 startet ein Kompakt-SUV der deutschen Marke auf Basis des B10 vom chinesischen Partner Leapmotor. Beide Modelle werden dann parallel im ehemaligen Corsa-Werk in Spanien produziert. Was folgt auf diesen Schritt? Ein Nachfolger von Asta und Citroën C4 auf Basis des Leapmotor B05? Wie werden Opel-Händler und deren Kunden reagieren? Wir werden berichten…
Im Video: Entwicklung des Renault Twingo in China