Alfa Romeo plant in Zukunft mit kleinen und kompakten Autos. Sterben zwei moderne Ikonen?
Der Stellantis-Konzern hat kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung für Investoren die zukünftige Strategie für Marken und Modelle umrissen. Fiat, Jeep, Peugeot und RAM sind ab sofort die globalen Kernmarken der Gruppe, die bei der Entwicklung und Einführung neuer Technologien priorisiert werden. Alfa Romeo, Chrysler, Citroën, Dodge und Opel werden als “regionale Marken” geführt (den vollständigen
Bericht mit allen Informationen gibt es hier
).
Die Neuigkeiten sorgten für viele hitzige Spekulationen im Netz und an Stammtischen. Bleiben alle Marken bestehen? Jetzt hat sich der Konzern für eine “Stellungnahme zur Zukunft der Marke Alfa Romeo” hinreißen lassen. Fans dürfte das kaum beruhigen.
Keine Mittelklasse mehr?
„Alfa Romeo setzt die eigene Strategie mit Disziplin und Vision um und will das Produkt zukünftig noch mehr in den Mittelpunkt jeder Entscheidung stellen“, wird mitgeteilt. Das klingt doch gut, oder? Man kann aber auch herauslesen, dass jede strategische Entscheidung zur Erneuerung oder Ausweitung der Modellpalette – nochmals mehr als zuvor - von den Kostenwächtern auf Konzernebene kontrolliert und abgenickt werden muss.
Der Alfa Romeo Junior, der sich die Technik mit Opel Mokka und Co. teilt, und der angejahrte Tonale (mit Grüßen vom Vorgänger des Jeep Compass) bleiben im Moment fixe Bestandteile des Programms, dazu kommt der auf 33 (!) Exemplare limitierte 33 Stradale.
Für den Junior ist ein Facelift geplant. Darüber soll in Zukunft ein Kompakt-SUV auf Basis der STLA-Medium-Plattform (u.a. Citroën C5 Aircross, Opel Grandland) als Nachfolger des Tonale kommen, das in Italien gebaut werden wird. Die im Rahmen des Investoren-Tags angekündigte Plattform STLA One wird ein kompaktes Hatchback-Modell tragen, das mit Verbrenner und Elektroantrieb geplant wird. Es soll den Stammbaum von 147 und Giulietta fortführen. Nach dem Alfa Romeo 33 Stradale soll ein neues Kleinstserien-Projekt der „Bottegafuoriserie“ aufgelegt werden. Details dazu sind noch nicht bekannt, auch hier dürfte man sich wieder bei Technik von Maserati bedienen.
Der große Knall: Die schon seit längerer Zeit angekündigten Nachfolger für Alfa Romeo Giulia und Stelvio wurden kürzlich auf nach 2027 verschoben, jetzt scheinen beide Projekte gestoppt worden zu sein. Beide Baureihen bleiben, den aktuellen Planungen zufolge, bis 2027 auch als Quadrifolgio-Varianten in Produktion. Und dann?
„Alfa Romeo prüft außerdem Lösungen, um weiterhin im D-Segment (Mittelklasse, Anm. d. V.) zu konkurrieren, mit neuen Interpretationen der aktuellen Modellpalette von Giulia und Stelvio, wobei die performanceorientierte DNA gewahrt und die Marktentwicklung berücksichtigt werden soll.“ Details sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt genannt werden. Es darf vermutet werden, dass man abwarten möchte, wie sich die Elektro-Nachfrage im Premiumsegment entwickelt, um eine Entscheidung für die Antriebsform neuer größerer Alfa Romeo zu fällen. Oder plant man, die Fahrzeuge auf Basis von Entwicklungen des chinesischen Partners Dongfeng, der zwei große Peugeot-Modelle auch für den Export plant, zu stellen?
Fazit
Alfa Romeo wird sich in Zukunft noch stärker auf kleine und kompakte Fahrzeuge konzentrieren. Neben einem Tonale-Nachfolger als SUV ist auch ein Fünftürer geplant, der wieder Giulietta heißen könnte. Traurig: Die Planungen für Nachfolger von Giulia und Stelvio wurden allem Anschein nach eingestellt. Die Italiener prüfen, wie es für die Marke in der Mittelklasse weitergehen soll.
Im Video: Alfa Romeo Giulia 2.0 Turbo