KGM Tivoli und Korando Nomad Plus

KGM Tivoli und Korando Nomad Plus SUV-Schnäppchen aus Südkorea

7:28 Min.

Was bieten KGM Tivoli und Korando mit Automatikgetriebe und Allradantrieb?

Die südkoreanische Marke KGM, früher unter dem Namen SsangYong bekannt, hat sich in Deutschland neu aufgestellt. Import und Vertrieb werden über die firmeneigene Europazentrale nahe Frankfurt gesteuert, das Händlernetz wächst weiter. Neben einer Vielzahl neuer Modelle mit Elektroantrieb und als Verbrenner pflegen die Asiaten auch die bestehenden Baureihen. Ein Augenmerk liegt dabei auch an der Preispositionierung der SUV.

Ein Duster ist teurer

Mit Sondermodellen von Tivoli, Korando und Torres (als Benziner, Hybrid und Elektroauto) offeriert KGM gut ausgestattete Fahrzeuge zu Preisen, mit denen sogar die bekannt günstige Konkurrenz von Dacia unterboten wird. Bestes Beispiel ist der KGM Tivoli Nomad. Das 4,26 Meter lange SUV kostet mit 18.990 Euro so viel (oder wenig) wie der Dacia Duster Expression. Gleichzeitig bietet der Koreaner eine umfassende Serienausstattung, u.a. mit Sitzheizung vorne, Navigationssystem, Einparksensoren am Heck, Rückfahrkamera und Leichtmetallfelgen. Halogen-Hauptscheinwerfer und die kabelgebundene Smartphone-Integration für Apple CarPlay und Android Auto zeigen jedoch das konstruktive Alter des Tivoli. Der größere KGM Korando Nomad kostet ab 22.990 Euro. Das 4,45 Meter lange Kompakt-SUV ist damit deutlich günstiger als Konkurrenten wie der Skoda Karoq.

Mehr Auswahl und mehr Ausstattung bietet das KGM-Programm mit den Nomad Plus – Sondermodellen für die beiden genannten Modelllinien. Mit einem Preis von 21.190 Euro ist der Tivoli Nomad Plus, im Vergleich zum Nomad, 2.200 Euro teurer. Dafür fährt das Plus-Modell mit LED-Scheinwerfern, schlüssellosem Zugang und Motorstart, Lenkradheizung und Dachreling vor. Dazu kommen schwarze 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Einparksensoren auch an der Front und einer erweiterte Assistenzausstattung mit Totwinkelüberwachung inklusive Querverkehrswarnung und Spurwechselhilfe.

Der KGM Korando Nomad Plus fährt für 25.490 Euro mit schwarzen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, Zweifarblackierung und Sitzbezügen aus Stoff mit Kunstleder. In Verbindung mit dem optionalen Sechsstufen-Automatikgetriebe hält die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ein.

Fahreindruck und Vergleich

Beide SUV haben den identischen Benziner mit 163 PS unter der Haube.

Sowohl in Tivoli als auch in Korando arbeitet der bekannte 1,5-Liter-Benziner mit einer Leistung von 120 kW / 163 PS. Beide Testwagen fahren mit Automatikgetriebe und dem, ebenfalls optionalen, Allradantrieb vor. Diese Vielfalt macht die Koreaner auch für Menschen in bergigen Regionen und mit Allrad-Bedarf im Berufsleben interessant. Vor allem kleine SUV wie der Tivoli sind oft nicht mit vier angetriebenen Rädern in Form eines mechanischen 4x4-Systems erhältlich.

280 Newtonmeter Drehmoment liefert der Vierzylinder bereits ab 1.500 U/min (260 Nm im Tivoli). Damit ist man stets mehr als ausreichend motorisiert. Die Automatik schaltet weich und ohne Hektik. Eine gemütliche Fahrweise empfiehlt sich ohnehin. Bei niedrigen Drehzahlen läuft der Motor akustisch kaum hörbar im Hintergrund, beim Ausdrehen hebt der seine Stimme aber deutlich. Außerdem steigt der Verbrauch bei höherer Längsdynamik spürbar an. Mit WLTP-Normwerten von 8,4 l/100 km beim Tivoli mit Automatik und Allradantrieb bzw. 8,7 l/100 km beim entsprechend konfigurierten Korando sind beide keine Kostverächter. Im Testalltag liegen sie zwar nur knapp über den Prospekt-Werten. Rund 9,0 l/100 km im Korando mit Allradantrieb sind aber doch zu viel, der Tivoli ist rund einen halben Liter sparsamer. Die Wandlerautomatik und der Allradantrieb tragen hierzu bei, wer beides nicht braucht, der dürfte mit deutlich weniger Sprit auskommen.

Im Video: KGM Tivoli Nomad

Unterwegs zeigt der größere Korando mehr Fahrkomfort mit etwas längeren Federwegen und etwas weicheren Dämpfern. Das Fahrwerk des Tivoli hat eine straffere Grundnote, was vor allem bei niedrigeren Geschwindigkeiten auffällt. Im direkten Vergleich fällt zudem die bessere Geräuschdämmung beim größeren Bruder auf. Beim Tivoli nehmen zudem ab rund 120 km/h auf der Autobahn die Windgeräusche um die A-Säulen und Außenspiegel stark zu. Die Anzeigen im digitalen Instrumentenfeld sind gut ablesbar. Leider fehlt eine langfristige Anzeige des Durchschnittsverbrauchs. Im 9,2 Zoll großen Infotainment-Display kann man keine Fahrdaten aufrufen, das System mit TomTom-Navi fasst fast ausschließlich Entertainment- und Routenführungs-Funktionen zusammen. Einstellungen der Assistenzsysteme erledigt man mit Schaltern im Multifunktionslenkrad.

Leider lässt sich auch beim Löschen aller Häkchen das lautstarke Gebimmel verschiedener Warnungen nicht vollständig deaktivieren. Auf manchen Strecken melden sich drei unterschiedliche Töne gleichzeitig. Tempolimit-Warnung, Erkennung neues Verkehrszeichen und dazu eine Warnung ohne erkennbaren Grund. Auch die Lautstärke kann man nicht reduzieren, die deaktivierte Geschwindigkeitswarnung schaltet sich ab und an nach einigen Minuten wie von Zauberhand wieder ein. Wir hoffen weiter auf Einsticht bei den Ingenieuren in Südkorea, die hier mit einem Software-Update Abhilfe schaffen könnten.

Auch das kleinere der beiden SUV bietet ordentliche Platzverhältnisse in beiden Reihen. Wenig überraschend: Acht Zentimeter mehr Radstand übersetzt der Korando in einen deutlich geräumigeren Fond, in dem es sich auch große Mitfahrer auf langen Strecken gemütlich machen können. Der Kofferraum fasst 551 Liter inklusive Kellerabteil. Der doppelte Ladeboden lässt sich geteilt aufstellen und dient so als praktischer Raumteiler. Auch die Größe des Ladeabteils im Tivoli ist sehr ordentlich, es fasst bei aufgestellter Rücksitzlehne 395 Liter.

Preise und Ausstattung

Ein Navigationssystem ist serienmäßig. Hier im Bild: Das Cockpit des kleineren Tivoli.

Unser Tivoli-Testwagen als Nomad Plus mit Metalliclackierung in „Dandy Blue“, Automatikgetriebe und Allradantrieb hat einen Listenpreis von 25.790 Euro. Das macht ihn zum echten Sonderangebot. Der Konkurrent Suzuki Vitara ist mit Allrad und Automatik in der Ausstattungslinie Comfort nicht unter 34.100 Euro zu haben. Beim Dacia Duster gibt es vier angetriebene Räder aktuell nur beim Hybrid-G 150 mit LPG-Tank in der Linie Expression ab 27.490 Euro.

Der genannte Grundpreis für den KGM Korando Nomad Plus von 25.490 erhöht sich beim Testwagen mit der sehr schicken Lackierung in „Latte Greige“, Allrad und Automatik auf 30.340 Euro. Auch er unterbietet den Großteil der Mitbewerber deutlich. Beim Skoda Karoq Selection gibt es Allradantrieb erst ab 44.660 Euro im Diesel mit 150 PS. Der Nissan Qashqai ist mit 158 PS starkem Mildhybrid-Benziner als 4x4 ab 35.230 Euro zu haben.

Mit Nomad und Nomad Plus ist die aktuelle Sondermodell-Aktion bei KGM noch nicht fertig. Den Korando gibt es aktuell zusätzlich als Limited. Dieses Modell nutzt den Nomad Plus als Basis, die Serienausstattung wird dabei um Kunstlederbezüge, elektrische verstellbare Vordersitze mit Lüftung und Fahrer-Lendenwirbelstütze, Ambientebeleuchtung eine elektrische Heckklappe erweitert. Außerdem ist das Automatik-Getriebe ohne Aufpreis mit dabei. Der KGM Korando Limited kostet 29.490 Euro, also 4.000 Euro mehr als der Nomad Plus. Alle KGM fahren mit einer Neuwagengarantie über den Zeitraum von fünf Jahren bis zu einer Laufleistung von 100.000 Kilometern vor.

Fazit

Mit den neuen Sondermodellen dreht KGM kräftig an der Preisschraube - und zwar nach unten.

Günstige SUV aus Südkorea mit guter Ausstattung und Allrad-Option. Vor allem in Form der Sondermodelle Nomad bzw. Nomad Plus werden KGM Tivoli und Korando zu echten Schnäppchen. Selbst die Konkurrenz der ausgewiesenen Budget-Marke Dacia ist teurer. Beide KGM, die vor dem Wechsel des Markennamens als SsangYong verkauft wurden, sind schon einige Zeit auf dem Markt und nicht mehr ganz taufrisch. Das stört im täglichen Umgang nicht, nur der recht hohe Benzinverbrauch und die arg aufdringlichen Warngeräusche der Fahrassistenz sind zu kritisieren. Wer aber, egal ob aus privaten oder beruflichen Gründen, ein kompaktes Auto mit brauchbarem Allradantrieb sucht, der sollte sich einen der beiden Koreaner mal ansehen.

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Technische Daten
KGM Tivoli | Korando Nomad Plus

Antriebsart
Benziner
Antrieb
Allradantrieb
Abgasnorm
Euro 6e
Hubraum
1.497 ccm
Anzahl und Bauform Zylinder
4 in Reihe
Maximale Leistung kW / PS
120 kW / 163 PS bei 5.000 - 5.500 U/min
Max. Drehmoment
260 Nm | 280 Nm bei 1.500 - 4.000 U/min
Getriebe
Sechsstufen-Automatik
Tankinhalt
50 Liter
Höchstgeschwindigkeit
190 km/h | 205 km/h
Norm-Verbrauch auf 100km
8,4 Liter | 8,7 Liter
Verbrauch real auf 100km
8,5 Liter | 9,0 Liter
Kofferraumvolumen
395 Liter | 551 Liter
Leergewicht
1.417 kg | 1.537 kg
Anhängelast (gebremst)
1.000 kg | 1.500 kg
Länge / Breite / Höhe
4.255 / 1.810 / 1.621 mm | 4.450 / 1.870 / 1.629 mm
Basispreis Baureihe
18.990 Euro | 22.990 Euro
Basispreis Modellvariante
21.190 Euro | 25.490 Euro
Testwagenpreis
25.790 Euro | 30.340 Euro
Text: Bernd Conrad
Bilder: Matthias Gill, Bernd Conrad