Toyota Celica Turbo 4WD Calos Sainz Edition

Toyota Celica Turbo 4WD Calos Sainz Edition Japan-Turbo mit Rallye-Genen

5:15 Min.

Sportwagen-Zeitreise: Umstieg vom Toyota GR Supra in die Celica Turbo 4WD Carlos Sainz Edition - mit Video-Review!

Toyota, der global größte Autohersteller, hat ein weit verzweigtes Modellprogramm – auch um Bedürfnisse in fast jedem Winkel der Welt zu befriedigen. Neben Geländewagen, Pick-ups und SUV sind vor allem Hybride wie Prius, Corolla und Co. das, was Menschen mit Toyota verbinden.

Aus für den GR Supra

Die Zeit der Sportwagen scheint vorbei zu sein, oder? Mitnichten. Im Gegensatz zu anderen Konzernen leisten die die Japaner Spielzeuge wie den aufwendigen GR Yaris (der mit dem Basis-Kleinwagen kaum etwas zu tun hat) und den GR Corolla. Mit Gazoo Racing tritt Toyota in unterschiedlichen Motorsport-Klassen an, von Wüstenrallyes bis hin zu Klassikern wie den 24-Stunden-Rennen am Nürburgring und in Le Mans. Unter der Marke GR (Gazoo Racing) soll zudem ein neuer Hochleistungs-Sportwagen mit aufgeladenem Vierliter-V8-Motor in Serie gehen. Zuletzt standen mit GR86 und GR Supra zwei Sportwagen im Konfigurator, die in Kooperation mit anderen Herstellern entstanden. Der GR86 mit Boxermotor wurde auch als Subaru BRZ verkauft, der GR Supra entstand in Zusammenarbeit mit BMW (Z4) und wurde bei Magna im österreichischen Graz montiert.

Einen der letzten Toyota GR Supra mit 340 PS starkem Reihensechszylinder-Motor unter der langen Haube nutzen wir als Express-Reisewagen für ein Klassiker-Treffen der besonderen Art. Im Umfeld des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring, bei dem auch 2026 neben privat eingesetzten GR Supra auch wieder das Werksteam Rookie Racing mit Firmen-Patriarch Akio Toyoda (ja, mit „d“) am Steuer eines der beiden GR Yaris an den Start ging, schnappen wir uns ein 35 Jahre altes Toyota-Coupé zur Eifel-Ausfahrt: Die Celica Turbo 4WD in der streng limitierten Carlos Sainz Edition.

So fährt sich die Celica

Der 35 Jahre alte Klassiker steht motiviert zur Ausfahrt bereit.

Der schlanke Zündschlüssel startet den Motor ohne Verzögerung, der Vierzylinder fällt in einen runden Leerlauf. Die Kupplung und die Führung des Schalthebels verlangen keine besondere Konzentration, das 35 Jahre alte Auto fährt entspannt los.

Am etwas zu großen Lenkrad musst du als Fahrer erst die recht taube Mittelposition hinter Dich bringen, dann folgt das Allrad-Coupé präzise der von Dir vorgegebenen Linie durch Kurven und Kehren. Dank des permanenten Allradantriebs wird der Japaner nie zickig, leichtes Untersteuern wird dezent angekündigt. Vorher dürften dich eher die recht seitenhaltarmen Sitze mit ihren kurzen Kopfstützen zur Mäßigung aufrufen.

208 PS leistet der aufgeladene Zweitliter-Vierzylindermotor und der Haube, deren Luftöffnung zur Kühlung des Zahnriemens vom Fahrerplatz stets deutlich zu sehen ist. Trotz Aufladung bittet die Celica um hohe Drehzahlen, dann entfaltet das Coupé seine volle Leistung. Über Gebühr laut wird es dabei nie. Innen und außen klingt der Vierzylinder zurückhaltend und auf keinen Fall prollig. Darauf weist das schmale Doppelendrohr unter dem hinteren Stoßfänger schon optisch hin.

230 km/h Höchstgeschwindigkeit stehen in den Papieren. Bei unserer Testfahrt auf der Autobahn belassen wird es bei Tempo 190 laut Tacho. Auch jetzt läuft die Celica sauber geradeaus, die aufgeklappten Scheinwerfer stehen stabil im Fahrtwind, sorgen dabei aber gemeinsam mit den A-Säulen für kräftige Geräusche ebenjener Luftbewegung. Die Scheibenwischer arbeiten auch bei hohem Tempo mit gutem Druck auf der Windschutzscheibe, als leichter Nieselregen einsetzt. Vor den Armen trägt der Toyota einen kleinen Flügel am oberen Ende der Motorhaube, der die Luft entsprechend leitet.

Was war der letzte Preis?

Das Sondermodell gab es nicht nur in Rot, sondern auch in Weiß und mit schwarzer Lackierung.

63.440 Euro kostete die limitierte Carlos Sainz Edition im Jahr 1991, umgerechnet also 32.436 Euro. Gut erhaltene Exemplare kosten als Klassiker heute mindestens so viel, sofern man ein unverbasteltes und gepflegtes Exemplar überhaupt findet.

Weltweit war die Carlos Sainz Edition der Toyota Celica Turbo 4WD auf 5.000 Einheiten limitiert (unser Testwagen aus der Toyota Collection in Köln ist Nummer 1.969), 680 Stück davon wurden dem deutschen Markt zugeteilt.

Was bringt die Zukunft?

Der Name Celica wurde von Toyota von 1970 bis zum Jahr 2005 über sieben Modellgenerationen für kompakte Sportcoupés genutzt. Die fünfte Auflage mit den internen Kürzel T18, auf der die Carlos Sainz Edition basiert, gab es von 1989 bis 1993. In nicht allzu ferner Zukunft dürfte der Name Celica wiederbelebt werden. Toyota arbeitet an einem neuen Coupé, wie man hört. Eine offizielle Bestätigung zum Marktstart eines Sportlers mit dem traditionellen Namen steht aber noch aus.

Fazit

Sitzposition und Platzangebot passen prima, nur das Lenkrad ist arg groß.

Der Zustand des 35 Jahre alten Klassikers aus der Sammlung von Toyota Deutschland ist, wie zu erwarten war, sehr gut. Trotzdem überrascht die Leichtigkeit, mit der das Coupé sich auch zu ausgeprägter Längs- und Querdynamik hinreißen lässt. Klar, 208 PS aus einem Vierzylinder-Benziner wirken aus heutiger Sicht alles andere als dramatisch. Vor 35 Jahren trat hinter den Klappscheinwerfern aber ein echter High-Tech-Sportler in den Verkaufsräumen der Toyota-Händler – der auch heute noch viel Spaß macht.

Im Video: Toyota GR Supra und Celica Turbo 4WD Carlos Sainz Edition

Text: Bernd Conrad
Bilder: Sebastian Bonschenk, Bernd Conrad