Der Audi RS 5 kommt als Plug-in Hybrid mit 470 kW / 639 PS. Wir haben alle Informationen und den Soundcheck im Video.
Audi präsentiert mit dem neuen RS 5 nicht nur das erste RS-Modell auf Basis der aktuellen PPC-Plattform (Premium Platform Combustion), sondern erstmals auch ein elektrifiziertes Topmodell mit Stecker. Schrillen da gleich die Alarmglocken und lassen an den gefloppten Mercedes-AMG C63 mit Vierzylinder-Motor denken? Spoiler-Alarm: Eine solche Angst ist unbegründet.
Power-Hybrid mit 470 kW
Downsizing wird, im Vergleich zum Vorgänger RS 4/RS 5 (je nach Karosserievariante – das Namensthema bei Audi, Sie wissen schon…) nicht betrieben, eher Electric-Plus-Sizing. Unter der Haube steckt der überarbeitete V6-Biturbo mit 2,9 Litern Hubraum. Er leistet jetzt 44 kW (60 PS) mehr als bisher, insgesamt also 375 kW / 510 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment. Mit dieser Leistung liegt er bereits auf dem Niveau dem BMW M3 Competition. Der Benziner ist im neuen Audi RS 5 aber nicht einsam. Unterstützung kommt in Form eines 130 kW (177 PS) starken Elektromotors, der 400 Newtonmeter Drehmoment bereitstellt und seine Energie aus einem netto 22 kWh (brutto 25,9 kWh) großen Akku zieht. Als Systemleistung stehen üppige 470 kW / 639 PS an. Auch das maximale Drehmoment von 825 Newtonmetern verschiebt die Grenzen für die Klasse der Power-Limousinen und -Kombis weiter nach oben. Eine serienmäßige Achtstufen-Automatik kümmert sich um die stets passende Zahnradpaarung. Der Quattro genannte Allradantrieb zählt bei einem derart potenten Audi zur Selbstverständlichkeit.
Der Elektromotor wurde für den Einsatz zum Audi RS 5 neu entwickelt. Sein Rotor bewegt sich außen um den feststehenden Stator, was für ein höheres Drehmoment und eine bessere Kühlung sorgen soll. Im EV-Modus kann man die Energie-Rekuperation dreistufig über Wippen am Lenkrad steuern. Die elektrische Reichweite gibt Audi mit 84 Kilometern an. Die eigentliche Aufgabe des Hybrid-Antriebs im Alltag der RS-Kunden dürfte aber wohl eine maximale Performance sein. Den Spurt von null auf 100 km/h ist in 3,6 Sekunden erledigt. In den entsprechenden RS-Fahrmodi wird der Füllstand des Akkus stets auf mindestens 90 Prozent und die Temperatur bei 20 Grad gehalten. Beides verspricht eine maximale Leistungsbereitschaft des Systems. Bei entladener Batterie soll der Verbrauch, nach WLTP-Norm, bei 9,5 – 10,2 l/100 km liegen. Ein Leichtgewicht ist der elektrifizierte Power-Bayer nicht: 2.355 Kilogramm bringt die RS5-Limousine auf die Waage, 2.370 Kilogramm der Avant.
Der Audi RS 5 im Video
Erstmals bietet der RS 5 ein neu entwickeltes Hinterachsgetriebe mit elektromechanischer Drehmoment-Verteilung (Torque Vectoring). Aktuator, Überlagerungsgetriebe und Differenzial können das Antriebsmoment, je nach Fahrsituation, variabel zwischen den beiden Hinterrädern verteilen. Alle fünf Millisekunden wird der Kraftbedarf pro Rad neu berechnet.
Das RS-Sportfahrwerk hat adaptive Dämpfer mit jeweils zwei Ventilen zur Steuerung des Ölflusses an Druck- und Zugstufe. Aufbaubewegungen sollen damit spürbar reduziert werden, gleichzeitig ist eine große Spreizung zwischen einer komfortbetonten und einer sportlich-straffen Abstimmung möglich. Hinter den 20, oder optional 21 Zoll, großen Felgen stecken Stahl- oder Keramikbremsen. Die Karosserie des Audi RS5 wurde, im Vergleich zu A5 und S5, um neun Zentimeter verbreitert.
Die Keramik-Bremsanlage ist mit bronzefarbenen Sätteln Teil des Audi Sport Pakets für den RS 5. Es beinhaltet außerdem anders geformte Stoßfänger an Front und Heck, schwarze 21-Zoll-Felgen mit glanzgedrehter Oberfläche, eine Sportabgasanlage und eine Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 285 km/h. Der Innenraum wird mit dem Paket durch Akzente im Farbton „Messing“ und Kontrastnähte in „Serpentingrün“ aufgewertet. In Verbindung mit dem Audi Sport Paket gibt es die neue Lackoption „Bedfordgrün Metallic“, hier auf den Fotos und im Video an der RS5-Limousine zu sehen. Außerdem kann man die Carbon-Elemente am Exterieur und innen in einer Camouflage-Optik konfigurieren.
Das Cockpit entspricht mit dem 14,5 Zoll großen Infotainment-Bildschirm dem Rest der A5-Baureihe. Das Beifahrer-Display ist beim RS5 serienmäßig. Neu ist die im Topmodell serienmäßige Funktion zur Auswertung von Fahrten auf gespeicherten Rennstrecken mit der Möglichkeit. Zeiten auch sektorweise zu analysieren. Auch der Driftwinkel lässt sich auswerten und anzeigen. Dazu passt die Möglichkeit, die Tagfahrlicht-Signatur in den serienmäßigen Matrix-LED-Scheinwerfern mit dunklem Gehäuse auf Wunsch in der Optik einer Zielflagge einzustellen.
Im Sommer 2026 kommt der neue Audi RS 5 auf den Markt. Für die Limousine wird ein Grundpreis von 106.200 Euro aufgerufen, der Avant startet bei 107.850 Euro. Die Tarife liegen auf dem Niveau des Gegners aus München, dem BMW M3 Competition xDrive mit 530 PS. Ihn gibt es mit Stufenheck für 107.600 Euro.
Fazit
Der neue Audi RS 5 kommt als Limousine und Avant erstmals als Plug-in Hybrid. Downsizing haben die Ingolstädter aber nicht im Sinn. Der bekannte Biturbo-V6 bekam deutlich mehr Leistung, der Elektromotor bringt zusätzliche Kraft. Mit 470 kW (639 PS) will der neue Power-Audi die Benchmark in seiner Klasse sein. Unser erster Check im Studio zeigt (auch im Video): Auf Sound aus den armdicken Endrohren der Abgasanlage muss man auch im RS-Hybrid-Zeitalter nicht verzichten.