Ferrari Luce 2026

Ferrari Luce 2026 Es werde Licht

3:37 Min.

Der erste Elektro-Ferrari trägt den Namen Luce. Wir haben erste Cockpit-Bilder!

Wer an Ferrari denkt, der hat einen klassischen Sportwagen mit Racing-Genen vor dem inneren Auge. Diese Tradition halten die Italiener aufrecht, gleichzeitig wandelt sich aber auch das Angebot der Marke mit dem springenden Pferd im Logo. Der Ferrari Purosangue interpretiert den Crossover-Gedanken auf eigene Art und Weise und spricht Menschen mit Platzbedarf und sehr dickem Geldbeutel an, in Sportlern wie SF90 und 849 Testarossa kommt Hybrid-Technologie zum Einsatz. 2026 ist es so weit: Der erste Ferrari mit Elektroantrieb feiert seine Premiere.

Klassik und Moderne

Vorab verraten die Italiener den Namen des neuen Modells, das bisher unter dem Projekt-Titel „Elletrica“ lief: Ferrari Luce (italienisch für Licht / Beleuchtung). Außerdem darf man einen ersten Blick auf das Cockpit und die Instrumente werfen und bekommt damit ein erstes Gefühl für die Aussicht des Fahrers.

Auf der Lenksäule ist ein Fahrer-Display montiert, das unabhängig von der Sitz- und Lenkradeinstellung stets optimal ablesbar sein soll. Aussparungen interpretieren drei klassische Rundinstrumente mit dem Tacho (bis 320 km/h) in der Mitte und der Information über den aktuellen Leistungsabruf links. Im rechten Rundinstrument dürfte man unterschiedliche Menüs konfigurieren können, auf den ersten Bildern ist die Anzeige für die Fliehkräfte zu sehen.

Das schlanke Lenkrad mit kleinem Pralltopf hat die bekannten Blinker-Tasten in den Speichen und physische Drehschalter für Fahrassistenz, Scheibenwischersteuerung und Fahrmodi. Links kann der Elektroantrieb konfiguriert werden. Die Einstellung „Range“ dürfte die Leistung für maximale Reichweite reduzieren, „Perfo“(-rmance) Vollstrom bereitstellen. Im Bild ist der „Tour“-Modus für Alltagsfahrten eingestellt. Es ist gut möglich, dass die Anzeigen einen Hinweis auf Leistungswerte in diesem Fahrprogramm geben: 464 kW (631 PS) und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Beides ist aber nur eine Vermutung des Autors. Rechts ist traditionell der „Manettino“ platziert. Mit dem roten Schalter lassen sich die unterschiedlichen Fahrprogramme abrufen, wie man es auch aus anderen Ferrari-Modellen kennt.

Tradition und Moderne treffen sich beim stark in Richtung des Fahrers geneigten Touchscreen-Displays mit einem Bügel als Handauflage. Silberne Kipphebel am unteren Rand helfen bei der Klimasteuerung mit Sitzheizung. Oben rechts ist eine klassische Uhr mit rundem Ziffernblatt in den Monitor eingelassen. Deren Anzeige kann aber auch geändert werden, beispielsweise für Informationen der Launch Control oder als Kompass.

Weiter unten in der Mittelkonsole steht ein sehr kleiner Knubbel zum Einlegen der Fahrstufe bereit, links davon kann der Fahrzeugschlüssel abgelegt werden. Er soll mit Glasgehäuse und elektronischer Tinte (E-Ink) die Farbe wechseln können.

Der Ferrari Luce kommt mit vier Elektromotoren und Allradantrieb. Die Vorderachse steuert bis zu 210 kW (285 PS) bei, die Hinterachse bis zu 620 kW (843 PS). Die Systemleistung wird also bei deutlich über 1.000 PS liegen. Bei sanfter Fahrweise sorgen nur die hinteren Maschinen für Vortrieb, bei Bedarf wird der vordere Antrieb in 500 Millisekunden zugeschaltet. Die Gewichtsverteilung soll mit 47% vorne und 53% hinten auf dem Niveau eines Mittelmotor-Sportwagens liegen. Informationen zum Akku und dessen Speicherkapazität gibt es aktuell noch nicht. Die Weltpremiere des ersten Elektro-Ferrari wird für das Frühjahr erwartet.

Fazit

Der erste Elektro-Ferrari wird Luce heißen. Zusammen mit der Veröffentlichung des Namens gibt es erste Details zum Cockpit. Mit Kippschaltern und einem schlanken Lenkrad schaffen die Designer einen eigenen Retro-Charme mit modernen Elementen. Gleichzeitig wirkt die Gestaltung des Innenraums deutlich reduzierter als bei anderen Ferraris.

Im Video: Fahrbericht Ferrari 12Cilindri

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller