Skoda Epiq 2026

Skoda Epiq 2026 Kleinster E-Skoda ab 25.900 Euro

10:10 Min.

Der neue Skoda Epiq im ersten Check mit Video-Review!

Die Marke Skoda hat angekündigt, Ihr Angebot an Elektroautos bis Ende des Jahres 2026 zu verdoppeln. Aus zwei Baureihen werden also vier. Elroq und Enyaq sind bereits erfolgreich, wohl im Herbst kommt der große Skoda Peaq mit bis zu sieben Sitzen. Vorher ist aber das kleinste Elektro-SUV der Tschechen an der Reihe. Jetzt hat der Skoda Epiq seine Premiere gefeiert.

Große Geheimnisse gab es, bis auf die Gestaltung des Cockpits, im Vorfeld keine mehr – erst recht nicht für Leser von AUTONOTIZEN und Zuschauer unserer Videos. Bereits im Umfeld der IAA Mobility im vergangenen Herbst zeigte sich der Epiq fast im Serienkleid, vor einigen Monaten konnten wir im folierten Vorserien-Exemplar auf erste Testfahrt gehen.

Das Familien-Mitglied

Jetzt zeigt sich der kleine Elektro-Skoda erstmals im Serienkleid und wir dürfen auch das Armaturenbrett zeigen. Gebaut wird der Skoda Epiq, gemeinsam mit dem VW ID. Cross, in Spanien. Die iberische Konzernschwester Seat / Cupra hatte bei der Entwicklung und Planung der neuen elektrischen Kleinwagen-Familie des Konzerns, zu der auch Cupra Raval und VW ID. Polo gehören, die Zügel in der Hand. Als technische Grundlage nutzt das Elektro-Quartett die MEB+ - Architektur, ausgelegt für kompakte Modelle mit Frontantrieb.

Darüber spannt sich beim Skoda Epiq eine 4,17 Meter lange, 1,80 Meter breite und 1,62 Meter hohe Karosserie. Erstmals wird bei ihm die, 2022 mit der Studie Vision 7S angekündigte, Designsprache „Modern Solid“ vollumfänglich umgesetzt. Elemente davon gab und gibt es bereits bei anderen Baureihen zu sehen, darunter der Markenschriftzug anstelle des Logos mit geflügeltem Pfeil auf der vorderen Haube. An der Front trägt auch der Epiq die „Tech Deck“ genannte schwarze Leiste als Abdeckung für die Sensoren der Fahrassistenz. Kühlluft strömt über Einlässe mit verschließbaren Abdeckungen im unteren Bereich des Stoßfängers zu Antrieb und Akku. Diagonale Linien weisen auf weitere Lufteinlässe hin, mit denen der Fahrtwind kanalisiert und um die Vorderräder herumgeleitet wird, um die Aerodynamik (Luftwiderstands-Beiwert cW 0.275) zu optimieren.

Der Skoda Epiq im Video

T-förmige LED-Streifen für das Tagfahrlicht bestimmen das Gesicht des Skoda Epiq, die Hauptscheinwerfer liegen darunter. Ausstattungsabhängig erhellen adaptive Matrix-LED mit 12 Modulen je Seite die Dunkelheit, auch mit speziellen Programmen fzur Lichtverteilung für unterschiedliche Szenarien (z.B. schlechtes Wetter, Fahrten auf der Autobahn oder Landstraße).

Solide Bügeltürgriffe an allen Türen sorgen für Komfort im Alltag und Sicherheit im Notfall. Je nach Ausstattung steht und rollt der Skoda Epiq auf 17 bis 19 Zoll großen Rädern. Ein weiteres Design-Merkmal der „Modern Solid“-Philosophie ist die betont aufrechte C-Säule, die das neue Selbstbewusstsein der Marke mit dem hier platzierten Skoda-Schriftzug verdeutlicht. Die Leuchten am Heck nehmen die T-Signatur der vorderen LED auf, die acht vertikalen Einlagen im Stoßfänger zitieren die Lufteinlässe an der Front.

Großer Klappe, viel dahinter

475 Liter fasst der Kofferraum des Epiq - inklusive Kellerabteil unter dem doppelten Ladeboden.

Hinter der steilen Heckklappe wartet ein 475 Liter großer Kofferraum auf Gepäck, Einkäufe und sonstige Dinge. Das Grundvolumen übersteigt das des ähnlich großen Skoda Kamiq mit Benzinmotor um 75 Liter. Der Vorteil der MEB+ - Basis ohne angetriebene Hinterachse ist ein großes Kellerabteil unter dem doppelte Ladeboden. Sofern der Kamiq mit dem optionalen Canton-Soundsystem ausgestattet ist, wird ein hier ein Teil des Raums vom Subwoofer beansprucht. Als neue „Simply Clever“-Idee will Skoda eine Filztasche zur Aufbewahrung des Ladekabels verstanden wissen. Sie hängt an der Rückseite der Sitzlehnen. Wird diese nach vorne geklappt, wächst der Laderaum auf 1.344 Liter. Außerdem bietet der Kamiq über dem Elektromotor unter der vorderen Haube ein weiteres Staufach (Frunk, Front Trunk), das mit 25 Litern Fassungsvermögen aber recht kompakt ausfällt. Erwartbar, aber dennoch erwähnenswert sind weitere Alltagshelfer wie der Eiskratzer in der Kofferraumklappe und der Regenschirm in der Fahrertür.

Die Sitzprobe

In beiden Reihen bietet der Skoda Epiq viel Raum und guten Sitzkomfort.

Obwohl der Radstand des Skoda Epiq mit 2,60 Metern um 16 Zentimeter kürzer ausfällt als der des Elroq, gibt es überdurchschnittlich viel Platz im Fond. Klar, die Grenzen seiner Klasse sprengt der Neuling nicht und Elroq oder Enyaq sowie die bekannt geräumigen Verbrenner-Baureihen Octavia oder Superb prädestinieren sich eher für die Langstrecke mit der Familie. Aber auch als großer Mensch sitzt man in der zweiten Reihe des neuen Epiq bequem und ohne verrenkte Beine – zumindest mit zwei Mitfahrern hinten, der Mittelplatz ist arg schmal. Üppig fällt die Kopffreiheit unter dem SUV-Dach aus. Lüftungsdüsen und USB-C-Anschlüsse im Fond sorgen für Komfort, an den Innenverkleidungen der B-Säulen kann man Jacken an kleinen Haken aufhängen. Haltegriffe fehlen leider im Fond, obwohl sie vorne vorhanden sind. Großzügig dimensioniert sind Sitze und Raumfülle für Fahrer und Beifahrer mit weiten Verstellbereichen (optional elektrisch). Hier wähnt man sich in einem deutlich größeren Auto.

Das Cockpit

Bekanntes Skoda-Design am Cockpit mit 13-Zoll-Touchscreen und Slider für die Audio-Lautstärke.

Das Cockpit sortiert Elemente aus dem Konzernbaukasten in ein markentypisches Umfeld. Hinter dem Lenkrad versammeln sich fahrrelevante Informationen auf dem bekannten 5,3-Zoll-Display, das unter eine Hutze steckt. Die größeren Anzeigen, die Cupra im Raval und VW im ID. Polo nutzt, gibt es im Epiq nicht. Über dem „Slider“ für die Audio-Lautstärke (der bei Skoda wie gewohnt nur diese Funktion hat) steht ein 13 Zoll großer Touchscreen für das Infotainmentsystem. Die bekannte Menüstruktur baut auf dem Betriebssystem Android Automotive von Google auf. Feststehende Leisten mit Icons an beiden Rändern des Displays erlauben den direkten Zugriff auf diverse Menüpunkte und Klimafunktionen – wie auch die ergonomisch günstig platzierte Leiste von Taste unterhalb der Lüftungsdüsen.

Das Ambiente-Licht sorgt nicht nur für eine Illumination des Innenraums mit wählbarer Farbe. Die Fortführung der Leiste in den Vordertüren dient auch als Warnung für vorbeifahrende Autos oder Radfahrer.

Bis 440 Kilometer Reichweite

Der Skoda Epiq wird in drei verschiedenen Leistungsstufen angeboten.

Unter der vorderen Haube steckt in jedem Epiq der intern APP290 genannte Elektromotor. Er treibt in verschiedenen Ausbaustufen die Vorderräder an. Der Skoda Epiq 35 hat eine Leistung von 85 kW (115 PS) und ein Drehmoment von 267 Newtonmetern. Er soll in elf Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h erreichen. Strom für den Antrieb kommt aus einem LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat) mit 37,5 kWh netto nutzbarer Speicherkapazität (brutto 38,5 kWh). Mit einem WLTP-Normverbrauch von 13,0 kWh/ 100 km peilen die Ingenieure eine Reichweite von 310 Kilometern an.

Geladen wird im rechten vorderen Kotflügel. Das passt für Straßenrandparker, an öffentlichen Ladesäulen und am Schnelllader, weniger an einer Garagen-Wallbox. Wechselstrom zapft der Epiq mit 11 kW über drei Phasen. Schade, dass das Budget und wohl auch der Bauraum keine 22-kW-Ladeoption wie im Kia EV2 zugelassen haben. Für das Stromeinholen im öffentlichen Raum wäre das eine schöne Bereicherung, wenngleich der 37,5-kWh-Akku mit 11 kW auch in unter vier Stunden voll ist. Überschaubar ist der Peak am Schnelllader über den CCS-Anschluss. Er liegt bei 90 kW.

Im Skoda Epiq 40 leistet der Elektromotor 99 kW (135 PS) bei gleichem Drehmoment von 267 Newtonmetern. In 9,8 Sekunden geht es aus dem Stand auf Landstraßentempo, auch hier wird die Höchstgeschwindigkeit bei 150 km/h begrenzt. Verbrauch und Akku-Größe sind mit dem Epiq 35 identisch, was auch für die Reichweite von 310 Kilometern und das 11-kW-Laden gilt. Die Gleichstrom-Ladeleistung wird hier jedoch auf 90 kW angehoben. Der Hub von zehn auf 80 Prozent der Akku-Kapazität soll, unter idealen Bedingungen, in 28 Minuten erledigt sein.

Das Topmodell der Baureihe ist der Skoda Epiq 55. Er hat einen NMC-Akku (Nickel-Mangan-Kobalt) mit 51,5 kWh nutzbarer Kapazität (55 kW brutto) im Fahrzeugboden. Sein Motor leistet 155 kW (211 PS) und stellt 290 Newtonmeter bereit. Die Reichweite soll bei 440 Kilometern liegen, der Normverbrauch mit 13,1 kWh/100 km nur knapp über den „kleineren“ Modellen. Dabei dürfte auch das Akkugewicht helfen, das mit 297 Kilogramm trotz der deutlich größeren Kapazität nur knapp über den 291 kg der LFP-Batterie in den Varianten 35 und liegt.

In 7,4 Sekunden spurtet der Epiq 55 auf Tempo 100, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 160 km/h. In 24 Minuten soll der Füllstand des Akkus am Schnelllader von zehn auf 80 Prozent klettern, dabei seinen Peak bei einer Leistung von 105 kW zeigen. Auch dieser Epiq zieht Wechselstrom dreiphasig mit 11 kW. Alle Varianten bieten die Möglichkeit des One-Pedal-Drive mit maximaler Energie-Rekuperation bis zum Stillstand des Fahrzeugs und bidirektionales Laden (V2L Vehicle to Load und V2G Vehicle to Grid).

Ausstattung und Preis

LED-Scheinwerfer sind serienmäßig, optional gibt es adaptives Matrix-Licht.

Wie von anderen Skoda-Modellen gewohnt, wird es auch beim Epiq nicht nur eine Abstufung mit Ausstattungslinien (Essence, Selection), sondern auch drei verschiedene Innenraumwelten zur Wahl geben. Die Marke spricht dabei von „Design Selections“. Sie heißen Studio, Loft und Suite. In jeder Ausführung verzichtet der Epiq auf tierische Materialien im Innenraum, außerdem werden recycelte Rohstoffe eingesetzt. Loft und Suite kommen mit Ambiente-Licht im Cockpit und in den vorderen Türen. Für das Basismodell der Baureihe namens Essence 35 stellt Skoda einen Listenpreis von 25.900 Euro in Aussicht, bestellbar ist auch diese Version ab September 2026.

First Edition

Die First Edition ist ein üppig ausgestattes Sondermodell zum Marktstart.

Auf Basis der Linie Selection gibt es zum Marktstart das Sondermodell Skoda Epiq First Edition. Außenspiegelkappen, die obere Umrandung der Seitenfenster und Einlagen in den 20-Zoll-Felgen sind im auffälligen „Navajo Orange“ lackiert, ebenso Details in den Stoßfängern an beiden Enden der Karosserie. Innen zeigt die First Edition orangene Nähte an Lenkrad, Cockpit und Sitzbezügen und Sicherheitsgurte im gleichen Farbton. Außerdem wird die Serienausstattung mit diversen Ausstattungspaketen, die sonst Aufpreis kosten, erweitert. Den Epiq First Edition gibt es ausschließlich als 55er, also mit 155 kW starkem Motor und 51,5 kWh großem NMC-Akku.

Fazit

Der Skoda Epiq folgt dem Rezept der Marke: Er bietet viel Platz und gute Detaillösungen, verzichtet aber auf einen exzentrischen Auftritt.

Kleines Auto, großer Aufschlag. Der Skoda Epiq soll den Erfolg seiner größeren Bruder Elroq und Enyaq wiederholen. Das dürfte zweifelsohne gelingen, denn auch der Epiq erfüllt das Markenversprechen. Im kompakten Format steckt ein geräumiger Innenraum mit viel Platz in beiden Reihen, dazu kommt ein unaufgeregtes Design. Unser erster Fahreindruck mit einem Vorserienauto hat bereits gezeigt, dass vor allem der Federungskomfort des Epiq auf hohem Niveau liegt. Die Preis des Epiq werden bei 25.900 Euro starten.

Im Video: Erste Fahrt im Skoda Epiq 55

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller (2), M. Gill, B. Conrad