BMW i3 2026

BMW i3 2026 Neue Limousinen-Klasse

7:25 Min.

Der neue BMW i3 im ersten Check mit Sitzprobe, auch als Video-Review!

SUV hin oder her – die Mittelklasse mit Stufenheckkarosserie in Form des BMW 3er bleibt Kern der Marke BMW. In Zukunft stellen sich die Münchner hier doppelt auf. Der 3er mit Verbrenner und als Hybrid bekommt ein Schwestermodell mit Elektroantrieb, den i3. Kurz nach dem Marktstart des neuen BMW iX3, ein SUV als erster Vertreter der Neue-Klasse-Ära, zeigt sich die komplett neue Limousine jetzt erstmals, wir konnten zudem schon zur Sitzprobe einsteigen.

Typische 3er-Proportionen

Die neue Designsprache der Marke BMW setzen die Gestalter bei Limousinen und künftigen Touring-Derivaten anders um als bei den SUV. Die schmale Nierengrafik an der Front weicht einem Gesicht mit zentraler Sicke für das Logo und breiten Flächen, die von LED-Streifen umrahmt werden. So wird die typische Frontgestaltung neu interpretiert, gleichzeitig ist auch der i3 auf den ersten Blick als BMW erkennbar. Voll entfaltet wird diese Ansicht jedoch nur mit der Option „Iconic Glow“ als LED-Rahmen an der Front, mit der das Auto auf den hier gezeigten Fotos und im Video ausgestattet ist. Zu diesem Paket gehört auch eine aus verschiedenen Kompositionen wählbare Lichtinszenierung beim Ent- und Verriegeln des Fahrzeugs. Das klassische Vieraugengesicht wird mit zwei aufrechten LED-Streifen je Seite neu interpretiert.

Mit ihren Proportionen folgt die i3-Limousine dem klassischen Rezept der BMW-Mittelklasse. Die schräge Kofferrumklappe sorgt für einen dynamischen Auftritt und lässt den i3 kompakter wirken, als er ist. Deutlich herausgearbeitet wurde die Abrisskante über den schmalen Rückleuchten, die – anders als der iX3 – auf Klarglas-Optik verzichten. Das Format der Räder reicht bis 21 Zoll.

Der BMW i3 im Video

Im Vergleich zum zur aktuellen 3er-Generation mit Verbrennungsmotoren (G20) ist der neue i3 mit 4,76 Metern um fünf Zentimeter länger. Auch die Breite der Karosserie nimmt um diesen Wert auf 1,86 Meter zu, die Höhe der Limousine beträgt 1,48 Meter. Informationen zum Kofferraumvolumen und detaillierte technische Daten gibt es noch nicht.

Die Modellbezeichnung am Heck des Film- und Fotofahrzeugs gibt Aufschluss auf die Motorisierung. Der BMW i3 50 xDrive bekommt das aus dem SUV bekannte Antriebs-Duo. An der Hinterachse arbeitet eine fremderregte Synchronmaschine mit 240 kW (326 PS), die Asynchronmaschine vorne kommt auf 123 kW (167 PS). Die Systemleistung: 345 kW (469 PS), der Antrieb liefert ein Drehmoment von 645 Newtonmetern.

108 kWh Strom fasst der NMC-Akku. BMW stellt für den i3 eine Reichweite nach WLTP-Norm von bis zu 900 Kilometern in Aussicht, deutlich mehr als die 805 Kilometer im Datenblatt des höheren SUV iX3. Dank 800-Volt-Technologie ist am Schnelllader eine Leistung von bis zu 400 kW möglich. Wechselstrom wird über drei Phasen mit 11 kW geladen, auch beim i3 dürfte man gegen Aufpreis auf 22 kW upgraden können.

Neben dem i3 50 xDrive wird auch weitere Antriebs-Konfigurationen geben, darunter auch Varianten mit Heckantrieb. Ein M-Modell auf gleicher Basis ist bereits angekündigt worden, außerdem erwarten wir auch im Elektro-Zeitalter M-Performance-Versionen als Topmodelle der regulären Baureihen.

Die Sitzprobe

Die Sportsitze haben eine ausziehbare Oberschenkelauflage.

Der Radstand des BMW i3 liegt mit 2.897 mm auf dem Niveau des iX3. Davon profitiert, neben der möglichen Akku-Kapazität, auch der Knieraum um Fond. Wie zu erwarten, sitzt es sich in der zweiten Reihe der Limousine dennoch nicht so bequem wie im SUV-Bruder. Die Bank ist näher am Boden montiert, große Passagiere müssen die Beine stärker anwinkeln. Auch im Stufenheck-Modell fehlen Ablagetaschen an den Rückseiten der Vordersitzlehnen.

Hinter dem Lenkrad fühlt man sich sehr gut ins Auto integriert, es kommt sofort das typische „3er-Gefühl“ auf. Je nach Konfiguration bieten die Vordersitze ausziehbare Oberschenkelauflagen für ermüdungsfreies Reisen auch auf langen Strecken.

Das „Panoramic iDrive“ – Cockpit präsentiert sich, im Vergleich zum iX3, in minimal abgeänderter Form. Für eine stärkere Fahrerorientierung ist das 17,9 Zoll große Infotainment-Display mit Touchscreen-Funktion um drei Grad stärker in Richtung des i3-Piloten geneigt. Das erlaubt eine noch bessere Bedienung des Monitors. Unterhalb der Windschutzscheibe versammeln sich, vom BMW-Marketing unter dem Begriff „Panoramic Vision“ zusammengefasst, teils konfigurierbare Anzeigen auf der gesamten Breite des Cockpits. Das Lenkrad-Design ist aus dem iX3 bekannt. Wer sich mit den vertikal angeordneten Speichen nicht anfreunden kann, der wird zum optionalen Volant im gewöhnlicheren Design greifen können.

Software Defined Vehicle

Nach dem iX3 bekommt der i3 als zweites Modell der Marke das neue Cockpit namens Panoramic iDrive.

Teil der neuen Fahrzeug-Architektur bei BMW sind die vier „Superbrains“. Hier sind sämtliche Steuergeräte und Recheneinheiten zusammengefasst, beispielsweise für alle automatisierten Fahrfunktionen. Den Autobahn-Assistenten, dessen Arbeitsweise auch von der schnellen Recheneinheit profitiert, konnten wir im iX3 bereits ausprobieren. Das Fahrzeug übernimmt bei Autobahnfahrten bis zu einem Tempo von 130 km/h nicht nur die Spurführung und die Steuerung von Geschwindigkeit und Abstand. Auch Spurwechsel werden automatisiert erledigt. Es genügt ein Blick in den entsprechenden Außenspiegel, dann setzt der BMW den Blinker und lenkt – sofern die Totwinkelüberwachung nichts dagegen hat- auf den benachbarten Fahrstreifen.

Für die Fahrdynamik ist das künstliche Gehirn mit dem bezeichnenden Namen „Heart of Joy“ zuständig. Zu seinem Aufgabengebiet gehört auch die Energie-Rekuperation. Die enge Vernetzung von Sensoren, Antrieb und Fahrwerk hilft dabei, in bis zu 98 Prozent aller Fälle Verzögerungen ausschließlich über die Rückgewinnung von Energie und ohne Einsatz der physischen Reibebremse zu steuern. Das Anhalten soll dabei ohne Ruck beim Stillstand erledigt werden.

Auch neue Verbrenner kommen

Das BMW-Logo ist in einer Vertiefung angebracht, mit der die Front-Grafik akzentuiert wird.

Der neue BMW i3 wird ab August 2026 im Stammwerk der Marke in München gebaut. Mit einigen Monaten Abstand zur Limousine dürfte auch ein i3 Touring kommen. Aktuelle Planungen sehen vor, dass in den Hallen im das Vierzylinder-Hochhaus am Petuelring in der bayerischen Landeshauptstadt ab 2027 nur noch Elektroautos gebaut werden. Der hohen Nachfrage nach dem iX3, bei dem Interessenten aktuell mit langen Wartezeiten rechnen müssen, wird der Hersteller mit einer zusätzlichen Fertigung des SUV in München - parallel zum neuen Werk in Ungarn - begegnen.

Außerdem bereiten die Bayern einen Nachfolger des aktuellen BMW 3er mit Verbrennungsmotoren und als Plug-in Hybrid vor. Das Design dürfte sich sehr eng an den i3 anlehnen, die Plattform wird sich jedoch unterscheiden. Ein weiteres Beispiel dafür, dass BMW den Begriff „Neue Klasse“ nicht als Architektur oder technische Grundlage für spezielle Modelle, sondern als Philosophie für die Weiterentwicklung von Marke und Baureihen verstanden wissen will.

Fazit

Alles neu, aber als typischer BMW der Mittelklasse zu erkennen: Der i3 fällt positiv auf.

Der neue BMW i3 ist der Vorbote einer neuen 3er-Generation, die künftig in zwei Ausführungen als Elektroauto und als Verbrenner bzw. Hybrid an den Start rollt. Die 4,76 Meter lange Limousine zeigt ein Design mit neuer Interpretation klassischer Gestaltungselemente. Komplett neu zeigt sich, im Vergleich zum aktuellen 3er, der Innenraum mit dem „Panoramic iDrive“ – Cockpit.

Der BMW iX3 mag bei manchen traditionellen Fans der Marke für eine Art Kulturschock gesorgt haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass i3 und kommender 3er auch bei diesen Menschen für Widergutmachung sorgen. Auf jeden Fall sollte man den Mut und die Konsequenz, mit der die Münchner ihre Marke in die Zukunft führen wollen (und werden), respektieren.

Im Video: BMW iX3 50 xDrive Fahrbericht

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller