BMW 7er 2026

BMW 7er 2026 Neue Luxus-Klasse

8:30 Min.

Der BMW 7er startet mit frischem Design, neuem Cockpit und Technik-Update. Wir saßen schon drin!

Rund dreieinhalb Jahre nach dem Start der siebten Modellgeneration (G70) wird der BMW 7er umfassend überarbeitet. Die Änderungen gehen dabei weit über ein klassisches Facelift, bei den Münchnern traditionell „LCI“ (Life-Cycle-Impulse) genannt, hinaus. Die Marke spricht von der umfangreichsten Überarbeitung eines Modells in ihrer Geschichte. Das liegt auch an einer Vorreiterrolle der Luxuslimousine, die erstmals den Einsatz von Technologien der Neuen Klasse in bestehende Modelle zeigt.

Mehr als ein Facelift

Der BMW 7er bleibt dabei seinem monolithischen, prägnanten Auftritt treu. Die 5,39 Meter lange Limousine fährt auch künftig selbstbewusst vor. Das Design wird mit der neugestalteten Kühler-Doppelniere und den künftig vertikal angeordneten Hauptscheinwerfern unter den Tagfahrlicht-Elementen weiter angeschärft. Am Heck fallen breite Rückleuchten auf, bei denen jedoch die Kunststoff-Abschlüsse in der Fahrzeugmitte überraschend klobig wirken. Über 500 verschiedene Konfigurationen können den optischen Auftritt beeinflussen, neu ist eine Individual-Zweifarblackierung mit einer Mischung auf matter und glänzender Farbgebung. Erstmals wird man den BMW 7er mit bis zu 22 Zoll großen Rädern konfigurieren.

Die umfassend starken Modifikationen am BMW 7er werden vor allem dann sichtbar, wenn man die Türen öffnet. Deren elektrische Betätigung, die als Option zu haben ist, wurde verbessert. In den Seiten versteckte Radarsensoren arbeiten feinfühliger, man muss weniger oft manuell eingreifen.

Panoramic iDrive

Die neue Cockpit-Generation zieht in den 7er ein, erstmals mit einem 14,6 Zoll großen Bildschirm für den Beifahrer.

Vor dem gewohnt opulenten Innenraum zieht das neue Panoramic-iDrive-Cockpit ein. Erstmals wurde es im BMW iX3 eingeführt. Unter der Windschutzscheibe zieht sich ein Band mit, teilweise frei konfigurierbaren, Anzeigen von einer A-Säule zur anderen. Auf der Mittelkonsole ist das 17,9 Zoll große Touchscreen-Display montiert. Im BMW 7er gibt es zudem ein Beifahrer-Display. Hier kann der Co-Pilot die Navigation bedienen oder das Entertainment-Programm steuern. Bei der Nutzung von Video-Streaming und Co. ist kein Login erforderlich, das Auto stellt das erforderliche Datenvolumen ohne Mehrkosten bereit. Der 14,6 Zoll „Passenger Screen“ ist licht nach hinten versetzt. Dadurch wirken die restlichen Anzeigen-Elemente fahrerorientiert.

Für den Fond kann man auch beim überarbeiteten BMW 7er den „Theater Screen“ mit 31,3 Zoll Bildschirmdiagonale und 8K-Auflösung bestellen. Wenn das System per Touchscreen in einer der Türtafeln aktiviert wird, schließen sich die Sonnenrollos an den Fenstern und am Panorama-Glasdach, das Display klappt herunter. Mit der neuen Kamera kann man aus der Chef-Position im Auto künftig auch Videokonferenzen abhalten. Das Bowers & Wilkins – Soundsystem mit Dolby Atmos bietet 4D-Klang. Bei basshaltigen Inhalten, beispielsweise beim Ansehen eines Films, vibrieren auch Elemente in den Sitzen.

Der neue BMW 7er im Video

Das BMW Operation System X dient als Software-Grundlage für alle Funktionen, auch bei der Hardware in Form von Steuergeräten nutzt der 7er – zumindest teilweise im Rahmen der Möglichkeiten seiner bestehenden Fahrzeug-Architektur – die Technologie der Neuen Klasse.

Bei der Fahrassistenz wechselt die Luxus-Limousine vom eingeschränkt nutzbaren und teuren Level-3-System auf automatisierte Funktionen nach Level 2. Der Autobahn-Assistent erlaubt es bis zu einem Tempo von 130 km/h (ein Limit aufgrund der gesetzlichen Regelung zur Zulassung des Systems) auf deutschen Autobahnen, die Hände dauerhaft vom Lenkrad zu nehmen. Geschwindigkeit, Abstand und Spur werden gehalten, bei einem von der Software vorgeschlagenen Spurwechsel genügt in Blick in den entsprechenden Außenspiegel und das Fahrzeug wechselt auf den benachbarten Fahrstreifen. Alternativ kann man per Tipp an den Blinkerhebel auch eigenständig ein entsprechendes Lenkmanöver initiieren.

Ein aktueller Langstrecken-Test mit dem BMW iX3 hat gezeigt, dass der Autobahn-Assistent auf über lange Distanzen fehlerfrei funktioniert und den Menschen hinter dem Lenkrad spürbar entlastet – obwohl man stets aufmerksam bleiben muss. Bei aktiver Routenführung bezieht die Software auch die Navigation mit ein und wechselt an einem Autobahnkreuz oder vor einer Ausfahrt die Spur.

Der elektrische BMW i7

Alle elektrischen BMW i7 haben künftig Allradantrieb.

Der elektrische BMW i7 nutzt künftig die neue Akku-Technologie mit „Gen6“-Rundzellen für einen deutlich reduzierten CO2-Fußabdruck in Kombination mit den bekannten Antrieben der Baureihe. Die Speicherkapazität des Akkus steigt von 101,7 auf 112,5 kWh, die Ladeleistung soll in der Spitze bei 250 kW liegen (vorher 195 kW). Der Hub von zehn auf 80 Prozent der Speicherkapazität ist in 29 Minuten erledigt, der Vorgänger benötigt 34 Minuten. In zehn Minuten wird Strom für eine Strecke von bis zu 235 bzw. 215 (i7 M70 xDrive) Kilometern geladen.

Das i7-Programm besteht künftig ausschließlich als Allrad-Modellen. Der BMW i7 50 xDrive kombiniert einen 230 kW starken Heckmotor mit einer 190 kW starken Maschine an der Vorderachse, die Systemleistung lieg bei 335 kW (455 PS) und einem Drehmoment von 660 Newtonmetern. In 5,5 Sekunden geht es auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 210 km/h angegeben. Die Reichweite gibt der Hersteller, je nach Ausstattung, mit 591 bis 728 Kilometern an (Vorgänger: 574 bis 611 km). Der Grundpreis des BMW i7 50 xDrive liegt bei 121.400 Euro (Vorgänger mit Heckantrieb 115.900 Euro).

Mit den gleichen Motoren kommt der BMW i7 60xDrive weiterhin auf eine Systemleistung von 400 kW (544 PS) und 745 Newtonmeter Drehmoment. Nullhundert ist in 4,8 Sekunden erledigt, bei 240 km/h fährt der 60er in den Tempobegrenzer. Die Reichweite liegt mit 581 bis 727 Kilometern knapp über der des bisherigen Modells (568 bis 624 km), der Preis ist mit 140.100 Euro unverändert geblieben.

Als M-Performance-Automobil tritt der stärkste Elektro-7er namens i7 M70 xDrive auf. Der hintere Motor leistet hier 360 kW, der vorne 190 kW. Die Systemleistung steigt auf 500 kW (680 PS) statt 485 kW (659 PS) beim Vorgänger, das Drehmoment liegt bei 1.015 Newtonmetern. In 3,8 Sekunden beschleunigt das i7-Topmodell auf 100 km/ und wird bis zu 250 km/h schnell. Die Reichweite: 566 bis 686 Kilometer nach Norm. Unverändert: Der Listenpreis von 182.400 Euro.

Die Plug-in Hybride

Die Anzeigen im Panoramic-Vision-System unter der Scheibe lassen sich konfigurieren.

Zwei elektrifizierte Verbrenner mit Stecker sind im Angebot. Der Akku der Plug-in Hybride bleibt mit einer Speicherkapazität von 17,8 kWh unverändert, die elektrische Reichweite liegt bei 69 bis 82 Kilometern.

Im BMW 750e xDrive arbeitet ein drei Liter großer Reihensechszylinder-Benziner mit 230 kW / 313 PS im Team mit einem 145 kW (197 PS) starken Elektromotor, die Systemleistung wird mit 360 kW / 489 PS angegeben. Das Drehmoment gipfelt in 700 Newtonmetern. Bis zu 140 km/h können rein elektrisch erreicht werden. Unter Einsatz beider Maschinen geht es in 4,8 Sekunden von null auf 100 km/h bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Der Preis des 750e steigt mit der Überarbeitung von 128.100 auf künftig 133.900 Euro.

450 kW / 612 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment werden für den BMW M760e xDrive (M Performance Automobil) angegeben – eine deutliche Steigerung zum Vorgänger mit 420 kW / 571 PS. Der Verbrenner leistet hier 313 kW / 426 PS, der Elektromotor unverändert 145 kW (197 PS). Die Beschleunigung von null auf 100 km/h schafft der stärkere PHEV in 4,2 Sekunden. Auch er wird teurer: 159.900 Euro wird der Konfigurator melden, vorher waren es 149.700 Euro.

Diesel und Benziner

Erstmals gibt es einen Mildhsybrid-Benziner im aktuellen 7er in Europa, den 740 xDrive.

Erstmals wird es den BMW 7er der Baureihe G70 bei uns auch als Mildhybrid-Benziner mit 48V-System als Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum geben. Der 740 xDrive mit 580 Newtonmetern Drehmoment hat eine Leistung von 294 kW / 400 PS, beschleunigt in 5,1 Sekunden auf 100 km/h und wird bis zu 250 km/h schnell. Der WLTP-Normverbrauch liegt bei 8,3 – 9,3 l/100 km. Der Einstieg in die Baureihe kostet 117.900 Euro. Außerhalb Europas wird es in Form des BMW 735 und des 740 auch Reihensechszylinder-Benziner mit 286 bzw. 400 PS und Hinterradantrieb geben, beides sind 48V-Mildhybride.

Der Sechszylinder-Diesel im BMW 740d xDrive, ebenfalls ein Mildhybrid mit 48V-Technologie, hat eine auf 230 kW / 313 PS gesteigerte Leistung und ein maximales Drehmoment von 670 Newtonmetern. In 5,7 Sekunden ist Landstraßentempo erreicht, auch hier liegt die Vmax bei 250 km/h. Der Verbrauch des Dieselmodells wird mit 6,5 – 7,2 l/100 km angegeben. Ab November ist der 740d xDrive für 122.900 Euro zu haben, er wird 3.000 Euro teurer als der Vorgänger mit 299 PS.

V8 kommt 2027

Im kommenden Jahr wird BMW eine weitere M-Performance-Version mit dem Namen M760i xDrive auf dem europäischen Markt einführen. Damit kommt erstmals ein aktueller 7er mit V8-Benziner zu uns. Nähere Informationen zu den technischen Daten liegen aktuell noch nicht vor.

Fazit

Im Video zeigen wir die erste Sitzprobe im neuen BMW 7er.

Als erster BMW im bestehenden Programm nutzt der 7er nach seiner umfangreichen Modellpflege Bausteine der Neuen Klasse. Hinter dem weiter angeschärften Design der Limousine stecken teil neue Software-Bausteine und das „Panoramic iDrive“ – Cockpit mit Anzeigenband unter der Windschutzscheibe. Der elektrische BMW i7 bekommt einen neuen Akku mit Gen6-Rundzellen und 112,5 kWh Speicherkapazität.

Erstmals ist mit dem BMW 740 xDrive auch ein Benziner in Europa zu haben, 2027 folgt zusätzlich ein V8. Die Preise starten bei 117.900 Euro für den 740, der Einstieg in den i7 liegt bei 121.400 Euro.

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller