BYD Shark (2027)

BYD Shark (2027) Hybrid-Pick-up aus China

6:25 Min.

Der BYD Shark im ersten Check mit Sitzprobe. 2027 kommt der PHEV nach Deutschland.

Der chinesische Autohersteller BYD fischt bei der Suche nach Modellbezeichnungen weiter im Salzwasser. Während viele Pkw-Modelle vom kleinen Dolphin Surf (auf dem Heimatmarkt Seagull) bis zum Sealion 7 einer „Ocean“ genannten Linie angehören, hört der Pick-up der Marke auf den Namen Shark (Hai). Die Doppelkabine soll ein Revier bei Gewerbekunden und Menschen mit Outdoor-Hobbies verteidigen.

Plug-in Hybrid mit drei Maschinen

Die Karosserie des BYD Shark, der in einigen Märkten auch als Shark 6 verkauft wird, ist 5,46 Meter lang, 1,97 Meter breit und 1,93 Meter hoch. An der steilen Front prangen die drei Buchstaben des Markennamens groß und selbstbewusst zwischen den LED-Scheinwerfern, mit einer entsprechenden Kupplung am Heck kann der Pick-up bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen.

„DMO“ nennt BYD das Antriebskonzept, die Bezeichnung steht für „Dual Mode Offroad“. An der Vorderachse arbeitet ein 170 kW (231 PS) starker Elektromotor mit 310 Newtonmetern Drehmoment, hinten eine Maschine mit 150 kW (204 PS) und 340 Newtonmetern. Dazu kommt ein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Benziner mit 110 kW / 150 PS, die Leistung des Systems wird mit 321 kW / 436 PS und einem maximalen Drehmoment von 650 Newtonmetern angegeben. In 5,7 Sekunden beschleunigt der BYD Shark bei Bedarf aus dem Stand auf 100 km/h, er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h.

Für den elektrifizierten Pick-up wird eine elektrische Reichweite von 90 Kilometern nach WLTP-Norm angegeben. Die Energie zum lokal emissionsfreien Fahren kommt aus einem 32,2 kWh großen LFP-Akku (Lithium Eisenphosphat). Neben dem Laden an einer Wallbox oder an einer öffentlichen Säule mit 11 kW (dreiphasig) kann der BYD Shark auch Strom am Schnelllader ziehen, hier werden bis zu 55 kW realisiert. Der Hub von 15 auf 80 Prozent der Akku-Kapazität dauert etwas über drei Stunden. In Verbindung mit dem 60 Liter großen Benzintank stellt BYD eine Gesamt-Reichweite von 675 Kilometern in Aussicht, bei leerem Akku verbraucht der Shark 9,6 l/100 km. Auch V2L (Vehicle-to-Load) ist an Bord, externe Verbraucher können mit 6 kW Leistung geladen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Pick-ups setzen die Chinesen beim Shark nicht auf eine Starrachse mit Blattfedern hinten, sondern auf Doppelquerlenker. Beim Blick unter das Auto sind die Schraubenfedern gut zu erkennen. Das dürfte den Fahrkomfort auf der Straße verbessern.

Die Sitzprobe

Viel Platz in beiden Reihen. Aber warum ohne höhenverstellbaren Beifahrersitz?

In der chinesischen Stadt Zhengzhou, wo der BYD Shark gebaut wird, hatten wir Gelegenheit zum ersten Kennenlernen mit dem Pick-up und eine Sitzprobe. Sie beginnt wie gewohnt in der zweiten Reihe. Hier überrascht der Chinese mit einem üppigen Raumangebot auf einer sehr bequemen Sitzbank. Obwohl nur ein paar Zentimeter kürzer, bieten die meisten anderen Doppelkabine-Pick-ups hier weniger Komfort. Haltegriffe erleichtern das Ein- und Aussteigen, an Bord freut man sich über eine ausklappbare Mittelarmlehne mit Getränkehaltern, Lüftungsdüsen und USB-Steckplätze.

Die beiden Vordersitze lassen sich elektrisch einstellen. Leider fehlt, wie so oft in asiatischen Autos, eine Höhenverstellung für den Platz des Co-Piloten. Der Fahrer blickt auf ein 10,25 Zoll großes Display für die fahrrelevanten Daten, außerdem spiegelt ein Head-up Display Informationen direkt auf die Windschutzscheibe. Im Lenkrad kann man, zusätzlich zu Audiosystem und Fahrassistenz, über kleine Walzen auch die Fahrmodi und Gelände-Programme aktivieren. Gerade beim Fahren abseits befestigter Straßen dürfte das sehr praktisch sein, da man nicht lange nach einem entsprechenden Schalter oder einem Menüpunkt suchen muss.

Das 15,6 Zoll große Infotainment-Display kann auf Wunsch aufrechtstehend oder horizontal positioniert werden, die Drehung übernimmt ein kleiner Elektromotor. Im Alltag dürfte die Karte einer aktiven Routenführung der einzige Anwendungsfall sein, bei dem die vertikale Display-Ausrichtung wirklich Sinn ergibt. Über den Touchscreen kann man eine Vielzahl von Einstellungen für Fahrzeug- und Komfortfunktionen vornehmen. Auch die Klimabedienung läuft über den Bildschirm. In den für Europa bestimmten Fahrzeugen können Smartphone-Inhalte kabellos via Apple CarPlay und Android Auto angezeigt werden. Weiter unten in der Mittelkonsole kann man ein Smartphone induktiv mit 50 Watt laden, um den Fahrstufen-Wählhebel herum gibt es weitere Tasten und Schalter, beispielsweise für die Bergabfahrhilfe und den Wechsel vom Elektro- und den Hybridmodus.

2027 in Deutschland

Das Reserverad hängt am Fahrzeugboden unter der Ladefläche. Gut zu erkennen: Die Hinterachs-Konstruktion.

Wie sich der BYD Shark fährt, können wir leider bei unserem Termin in China nicht ausprobieren. Deutsche Straßen, Waldwege und Baustellen dürfte das Modell so bald auch nicht unter die Räder bekommen. Im ersten Quartal 2027 soll der Verkauf des BYD Shark in Deutschland starten, Preise sind noch nicht bekannt. Seit 2024 ist der Pick-up in Brasilien, Mexiko, Südafrika und vielen asiatischen Ländern im Handel. Ein wahrer Bestseller ist der Shark in Australien und Neuseeland – beides sind traditionell starke Märkte für Pick-ups. In Australien kostet das Basismodell des Chinesen, inklusive Abgaben und Zulassung als „Drive Away Price“ ab 63.850 Dollar, umgerechnet rund 38.850 Euro.

Pünktlich zur Ankündigung des Europa-Starts hat die Prüf-Organisation Euro NCAP den BAYD Shark (nicht nur) gegen die Wand gefahren. Das Ergebnis der Crash-Tests: eine Höchstwertung mit fünf von fünf Sternen.

Fazit

In Europa wird der BYD Shark noch nicht verkauft.
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Mit Nutzfahrzeugen in Form von Transportern, Lkw und Bussen hat der chinesische Konzern BYD bereits Erfahrung. Seit 2024 gibt es, sozusagen als Brückenprodukt zum stark wachsenden Pkw-Angebot der Marke, den Pick-up Shark mit Doppelkabine als Plug-in Hybrid.

Wir konnten im Rahmen eines Termins in China zur Sitzprobe im BYD Shark starten. Der gut verarbeitete Innenraum bietet viel Platz, auch im Fond vor der Ladefläche. Im ersten Quartal 2027 soll der Pick-up mit elektrifiziertem Antrieb auch in Deutschland bei den Händlern stehen. Preise sind noch nicht bekannt.

Der BYD Shark im Video

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hannah Richter, Bernd Conrad